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Los geht's

Letzte Vorbereitungen

Bevor es heißt Los geht’s muss das kleine Goggo Coupé noch beladen werden. Die Ausrüstung ist schnell verstaut. Die wichtigsten Werkzeuge, Ersatzreifen und Zweitaktöl sind eingepackt. Dazu gesellt sich ein Berg an (Kamera-) Technik, Kleidung und letztlich auch etwas Essen. Alles, was man eben benötigt, um einige Tage oder Wochen mit einem Oldtimer auf Tour zu gehen. Das Packen im Schnelldurchlauf (YouTube, Zeitraffer-Video). Die letzten Vorbereitungen sind abgeschlossen

Los geht's im Goggo Coupé gen Norden

Am 31. Juli, morgens um 09.00 Uhr geht es los. Das Wetter ist angenehm und sonnig. Zündung an. Der Motor läuft sofort und ruhig. Es riecht nach Benzin und Zweitaktöl. Von Mosbach führen die ersten Kilometer raus nach Norden über Buchen, Walldürn und Wertheim. Bald liegt der erste, dann die ersten zehn und später hundert Kilometer zurück.

Mit dem Goggo Coupé durch Deutschland. Eine ganz besondere Oldtimer-Reise
Mit dem Goggo Coupé durch Deutschland. Eine ganz besondere Oldtimer-Reise

Reichsautobahn, Benzinschlauch & Donut

In Gräfendorf stoße ich auf ein Relikt aus dem zweiten Weltkrieg: Ein Brückenpfeiler der Strecke 46 (Wiki, externer Link), eine unvollendete Reichsautobahn parallel zur heutigen A7.

Im Laufe des Tages riecht es immer stärker und beißender nach Benzin. Während einer Pause fällt mir auf, dass der Motor tropft. Vorerst nichts Ungewöhnliches. Doch als der Motor bereits nach 148 Kilometern ruckelt und nach den Reservelitern verlangt, werde ich stutzig. Der Benzinschlauch ist nicht dicht. Eine kleine Werkstatt unterwegs hat bereits geschlossen (um 14.30 Uhr). ATU hat keinen passenden Durchmesser. Letztlich ist es bereits kurz vor 17.00 Uhr. Durch Zufall entdecke ich bei der Vorbeifahrt in Nazza eine kleine Hinterhofwerkstatt: KFZ-Meisterwerkstatt Tobias Stephan. Die scheint mir sympathisch. Der Meister hilft mir kurzerhand in seinem beginnenden Feierabend, misst den Durchmesser und schneidet mir ein passendes Schlauchstück ab. Klasse Service, unentgeltlich. Nochmals vielen Dank für die unkomplizierte Unterstützung.

Die weitere Fahrt verläuft problemlos. Der Benzinschlauch hält dicht. Kurz nachdem ich die Kali-Abraumhalde in Bischofferode (Wiki, externer Link) bestaunt habe, sprechen mich zwei Frauen mittleren Alters an: MOS GO 250 – das ist ein Goggomobil. Sind Sie aus Mosbach? Das Leben schreibt Geschichten: Eine der beiden stammt aus Aglasterhausen (Wiki, externer Link), keine zehn Kilometer von meiner Heimat Mosbach entfernt. Zum Abschied schenken Sie mir einen Donut. Ich bin angetan von der Offenheit und Freundlichkeit. Danke.

Ungewissheit

Wie lange die Tour tatsächlich geht, ist offen. Ungewiss, ob die Technik über 1.000 Kilometer durchhält. Vielleicht bleibt das Coupé bereits in den ersten Tagen liegen? Die Ungewissheit ist einerseits belastend, andererseits eine Herausforderung. Letztendlich trägt sie zum Abenteuer bei, weil man selbst geringen Einfluss darauf hat. Das ist in unserer modernen Zeit unüblich, haben wir doch mittlerweile vieles in den eigenen Händen bzw. sind es gewohnt, überall Einfluss zu nehmen.

362 Kilometer sind absolviert. Viele neue Eindrücke schwirren im Kopf, als ich müde und glücklich ins Bett falle.

GO250. Goggo-Leidenschaft für einen ganz besonderen Oldtimer

» Ein langersehnter, ereignisreicher erster Tag «