Goggo-Begeisterung

Begeisterung für das Glas Goggo Coupé

Goggo-Begeisterung

Wie kommt man zur Goggo-Begeisterung?

Vor einigen Jahren reifte in mir der Entschluss, einen Oldtimer zu kaufen. Schnell war klar und die Entscheidung getroffen, dass es ein Goggomobil Coupé sein soll. Ich hatte das Fahrzeug noch nie zuvor live gesehen und war dennoch begeistert davon. Schließlich ist das Fahrzeug mit Zweitakttechnik sehr klein, laut, unsicher und nicht gerade entspannt zu fahren. Woher kommt folglich diese Goggo-Begeisterung?

Ein Blick in die Vergangenheit

Unser Großvater (Opa Ewald) hatte gerne und stolz von seinen Autos geschwärmt. Mit wenig Geld wurde erstaunliches erreicht bzw. gekauft. Volkswagen Käfer, Audi 80, Passat oder Golf Plus. Und mitunter in den späten Fünfzigern eben auch eine Goggomobil Limousine. Davon erzählte er besonders gern: Mit dem Goggo sind wir zu viert (!) in den Schwarzwald gefahren. Trotz Einfachheit der Technik musste sein Goggomobil früher oder später einem komfortableren Fahrzeug weichen. Doch die Goggo-Begeisterung blieb bestehen. Und noch bis vor einigen Jahren lagerten zwei alte Goggo-Reifen in Opas Garage.

Goggo-Begeisterung vererbt. Opa fährt gedanklich immer mit.
Goggo-Begeisterung vererbt. Opa fährt gedanklich immer mit.

Oh, ein Goggo!

Auch wenn Opa Ewald vor einigen Jahren gestorben ist, so hat er seine Goggo-Begeisterung weitergegeben. Noch zu seinen Lebzeiten hatte ich mein Coupé gekauft. Ein einziges Mal hat er es gesehen und freudig gestrahlt: „Oh, ein Goggo!“ Er war begeistert von dem „sportlichen“ Flitzer: “  Eine Sportversion (Coupé) – das hatte damals im Dorf nur einer, ein Bekannter.“ Heutzutage hingegen wird man im kleinen Coupé lediglich mit einem Schmunzeln belächelt – Sportversion hin oder her. Wie sich die Zeiten ändern. Eine gemeinsame Runde in meinem Goggo Coupé konnte ich mit Opa allerdings nicht mehr drehen. Das bleibt ein unerfüllter Wunsch.

In Erinnerung bleiben

Auch wenn sich die Zeit weiterdreht, immer kurzfristiger neue Fahrzeug-Innovationen auf dem Markt erscheinen und die Automobilbranche viel Geld investiert. Die Goggo-Begeisterung von Opa fährt im kleinen Coupé weiterhin mit. Und damit auch eine kleine Erinnerung an schlichtere Zeiten. Als man wenig hatte, aber damit umso zufriedener war.

Weitere, allgemeine Infos zum Goggomobil auf Wikipedia (externer Link).

GO250. Goggo-Leidenschaft für einen ganz besonderen Oldtimer

» Danke Opa «

Goggo in Norwegen

Goggo-Touren: Skandinavien. Weite Norwegens mit Goggo Coupé

Goggo in Norwegen

Norwegen im Goggo Coupé erkunden

Kaum zu glauben und immer noch nicht ganz realisiert. Mit dem Goggo Coupé erreichen wir nach der Fahrt durch Norddeutschland und Dänemark tatsächlich Norwegen. Dazu zeigt sich das nordische Land gleich zu Beginn von seiner besten Seite: Blauer Himmel, weiße Schönwetterwolken und angenehme Temperaturen. Herrlich und (noch) unglaublich. Doch von vorne – wie komme ich von Dänemark über den Skagerrak nach Norwegen?

Über den Skagerrak

Morgens starte ich vom Campingplatz in Hirtshals direkt an den angrenzenden Strand. Der Sand ist ganz fest und kann mit dem Fahrzeug befahren werden. Eine ungewöhnliche Erfahrung und ein klasse Bild.

Goggo Coupé am Strand von Hirtshals
Goggo Coupé am Strand von Hirtshals, im Norden Dänemarks

Über den Skagerrak

Mit der Fähre geht es am Mittag in guten drei Stunden von Hirtshals (DK) nach Kristiansand (NOR). Das Wetter wechselt während der Überfahrt überraschend von trüb und wolkenverhangen auf sonnig und blauer Himmel. Das Goggo Coupé übersteht die Überfahrt ohne Probleme und keinerlei Vorkommnisse. Ein (gewöhnlicher) Mitreisender eben.

Das kleine Coupé auf der Superspeed-Fähre von Color Line
Das kleine Coupé auf der Superspeed-Fähre von Color Line

Setesdal bis Røldal

Im Setesdal hängen die Wolken tief, dennoch regnet es nicht und zwischendurch blitzt die Sonne durch. Das Tal ist dennoch vielfältig. Bereits wenige Kilometer außerhalb der Großstadt Kristiansand ist man in der Natur Norwegens angekommen. Ich übernachte auf einem kleinen Rastplatz, nebst zwei Baustellen-Trucks (siehe Highlightbild weiter unten) – begeisterte Jungs, die unbedingt ein Foto des Goggo Coupés vor den Trucks aufnehmen möchten. Das Wetter klart am darauffolgenden Tag auf – Sonne pur, bei strahlend blauem Himmel. So ist auch eine gemütliche Brotzeit mit herrlichem Blick über Røldal möglich.

Immer nordwärts

Richtung Odda geht es durch lange Tunnel den Berg hinauf, teils sogar in Tunneln die eine 360°-Schleife im Berg machen. Das Coupé läuft hervorragend. Die Straßen sind teils gut ausgebaut, teils schmal und klein. Felsüberhänge zeugen von der Extreme der Landschaft.

Abstecher zum Buarbreen

Bei Odda entscheide ich mich spontan zu einer kurzen Wanderung (knapp eine Stunde/einfach) zum Ausläufer des Buarbreens, der Teil des mächtigen Folgefonna Nationalparks (Wiki, externer Link) ist.

Im Nachgang ein Fehler. Der Parkplatz kostet untypischerweise für Norwegen (150 NOK). Dazu strömen Scharen von Touristen den teils steilen Hang mit Turnschuhen hinauf. Stau, Stress und rücksichtslose Urlauber. Letztlich kommt man an die Gletscherzunge gar nicht direkt dran. Beeindruckend ist der Gletscher dennoch.

Gletscher Buarbreen bei Odda
Gletscher Buarbreen bei Odda, als Ausläufer des Folgefonna Nationalparks

Von Odda bis Utne

Weiter geht’s entlang des Fjords via Odda nach Utne, zur Fähre über den Hardangerfjord (Wiki, externer Link) nach Kvanndal. Mächtig aufragend der Mount Oksen, der dieses Mal leider nicht Teil einer Wanderung ist. Ich übernachte auf dem Campingplatz Flatelandsmo (externer Link) kurz vor Vossevangen. Das Wetter hält bis zum Abend. Im Zelt liegend höre ich, wie der Regen einsetzt.

Nordfjordeid, Ålesund, Kristiansund

In Maurstad bei Nordfjordeid (Wiki, externer Link) lerne ich Gert, einen deutschen Auswanderer, kennen. Die Goggo-Begeisterung trägt ihren Teil dazu bei: Er spricht mich an der Tankstelle an, erklärt mir einige norwegische Besonderheiten, führt mich in die Couchsurfing-Community ein und stellt mir (kostenfrei) eine warme Unterkunft. Danke, Gert, für die herzliche Unterstützung.

Ålesund (Wiki, externer Link) ist immer ein Besuch wert. Die Stadt an der zerklüfteten Küste, umgeben von hohen Bergkämmen, ist einzigartig. Diesmal besuche ich nicht das von Touristen überfüllte Zentrum, sondern unternehme eine einstündige Wanderung auf das südlich gelegene Grøthornet. Das Wetter spielt mit und der Blick über die Fjordlandschaft und runter in die Stadt gibt’s als Belohnung.

Via Molde (externer Link) geht es weiter der Küste entlang Richtung Kristiansund (Wiki, externer Link). So führt die Route am frühen Morgen über den bekannten Atlanterhavsvegen (Wiki, externer Link) – kurz vor Kristiansund nochmals eine Bewährungsprobe für das Goggomobil Coupé. Eine knapp sechs Kilometer lange Durchfahrt durch den Atlanterhavstunnel (Wiki, externer Link). Die Röhre führt unter dem Meer hindurch. Zuerst geht es steil bergab zum tiefsten Punkt, 250 Meter unterhalb der Wasseroberfläche. Danach muss man das Ganze wieder hinauf. Der kleine Oldtimer kämpft tapfer. Mein Puls legt sich auch wieder, sobald wir den Ausgang erreicht haben. Kristiansund ist auf mehreren Inseln gebaut. Der Hafen im Mittelpunkt ist dadurch von verschiedenen Seiten zugänglich. Ein schönes Städtchen.

Technische Probleme am Goggo Coupé

In Trondheim (Wiki, externer Link) scheint die Sonne. Klasse Wetter, dazu die Fjordlandschaft und einsame Straßen. Doch abends macht das Coupé allerdings keinen Mucks mehr. Die Kohlebürsten der Lichtmaschine sind verschlissen. Via ADAC bekomme ich Hilfe. Die norwegischen Kollegen schleppen mich zu einem Motorradhändler. Dieser wiederum vermittelt mich am nächsten Morgen an einen Bekannten: Ole Martin von Mobeck Tekniske (externer Link). Ein Tüftler und Visionär, der trotz fehlender Ersatzteile im Laufe des Vormittags eine Lösung zaubert. Danke für die Hilfsbereitschaft. Takk Ole!

Schöne Küste und einige Fährfahrten

Mit neuen Kohlen geht es bei regnerischem Wetter raus aus Trondheim. Weg von der vielbefahrenen Nord-Süd-Verbindung E6. Über Namsos schlängelt sich die ruhige Straße durch üppige Wälder nordwestwärts, hin zum Meer. Insgesamt stehen beim Küsten- bzw. Inselhopping vier Fährfahrten an einem einzigen Tag an – von Holm nach Vennesund. Anschließend rollen wir auf die nächste Fähre, in Horn, nach Andalsvågen. Daraufhin folgt bereits keine zwanzig Kilometer weiter eine weitere Überfahrt: Das kleine Goggomobil Coupé steht in der Wartespur für die Fähre von Forvik nach Tjøtta. Den Abschluss bildet dann am späten Nachmittag die Fähre von Vevang nach Nesna. Auch wenn je nach Fähre ein Betrag zwischen 10 und 20 Euro fällig werden und die Überfahrt bzw. das Warten Zeit in Anspruch nehmen, so ist es dennoch eine willkommene Abwechslung. Wir genießen die Überfahrten – auch wenn es mal regnet.

Übrigens: Die Zahlung erfolgt direkt in der Wartespur problemlos und schnell via Kreditkarte. Lediglich vereinzelte Touristen zahlen unter irritiertem Blick des Kassierers mit norwegischem Bargeld.

Goggo Coupé am Polarkreis

Goggo Coupé am Polarkreis
Die Kohlebürsten aus Trondheim halten überraschend nur bis Krokstranda, einige Kilometer nördlich Mo i Rana (Wiki, externer Link). Kurz bevor es über das Saltfjellet (Google Maps, externer Link) und damit über den Polarkreis geht, rollt das Goggo Coupé mit letzter Kraft auf einen Campingplatz im Nirgendwo. Drei Tage Zwangspause, bis neue Kohlebürsten von Uwe Staufenberg (externer Link) aus Deutschland per Express eintreffen. DHL bekommt dafür 60,00 Euro. Egal. Danke Uwe, für die schnelle Unterstützung. Als Entschädigung gibt’s ausnahmsweise einen Burger mit Pommes im nahegelegenen Krokstrand Kafe (Wiki, externer Link): Für stolze 21,00 Euro.

Die neuen Kohlen sind schnell eingebaut und der Motor läuft wieder. Mit mulmigem Gefühl überqueren wir am Abend endlich den Polarkreis. Ein weiterer, besonderer Meilenstein ist erreicht. Nächstes Ziel sind Narvik bzw. die Lofoten.

Kohlebürsten bereiten weiterhin Sorgen

In Fauske gibt es neuen Proviant: Eier, luftiges Brot, Käse und etwas Obst. Narvik und die Lofoten stehen an, wofür man gestärkt sein muss. Doch bereits in Innhavet steht fest: Die Tour mit dem Oldtimer kann nicht weitergehen. Auch die neuen Kohlebürsten verschleißen nach weniger als 1.000 Kilometern. Und damit deutlich schneller als üblich. Zudem weisen sie teils abgebrochene Kanten auf. Der Grund des Verschleißes bleibt trotz intensiver Suche vorerst offen.

Lichtmaschine zeigt Schwächen. Die Kohlebürsten verschleißen schneller als üblich
Lichtmaschine zeigt Schwächen. Die Kohlebürsten verschleißen schneller als üblich

Entscheidung gefallen

Bei Innhavet, 130 Kilomter südlich von Narvik, fällt eine schwere Entscheidung. Aufgrund der technischen Probleme brechen wir die Skandinavien-Tour im Oldtimer ab. Prioriät hat nun das Ankommen auf vier Rädern in Deutschland. Als Notlösung besorgen wir dazu eine größere Autobatterie, die die erforderliche Energie für die Zündung liefert. Die Lichtmaschine klemmen wir ab, sodass während der Fahrt kein Strom erzeugt wird und folglich kein Strom über die Kohlen fließt. Die Kohlen werden damit lediglich beim Starten des Motor kurzzeitig beansprucht. Abends wird die Batterie jeweils geladen. Eine passable Lösung. Damit sollten wir nach Hause kommen. Allerdings ist das eigentliche Ziel, mit dem Goggo Coupé bis ans Nordkap (Wiki, externer Link) zu gelangen, verfehlt. Schweren Herzens drehen wir knapp 900 Kilometer südlich des Kaps um – südwärts, Richtung Heimat.

Gestrandet in Oppdal

Bereits in Soknedal ruckelt der Goggo-Motor ein wenig. Nicht beunruhigend, da der Kraftstoff zur Neige geht. Frisch getankt geht es weiter. Doch einige Kilometer vor Berkåk fällt die Leistung ab. Der Goggo-Motor scheint nur noch mit einem Zylinder zu laufen. Der ADAC schickt die norwegischen Kollegen, die das Coupé am späten Nachmittag nach Oppdal bringen. Ein kurzer, vorläufiger Check zeigt Zündfunken auf beiden Zylindern. Die Zündkerzen sind somit okay. Doch ein Blick in den rechten Zylinder genügt: Loch im Kolben. Das Ende der Tour.

Goggomobil bleibt zurück

Eine Nacht im Hotel, am nächsten Tag geht es ohne Goggomobil mit der Bahn nach Oslo und fliegend zurück nach Deutschland. Knappe zwölf Stunden später bin ich bereits zu Hause. Ein abruptes Ende des vielseitigen Abenteuers. Immerhin – dank ADAC Plus-Mitgliedschaft (externer Link) kümmert sich der Automobilclub derweil um die Rückführung des Oldtimers nach Deutschland. Nach 4.319 Kilometern durch Deutschland, Dänemark und Norwegen ist die Reise mit dem kleinen Oldtimer leider zu Ende. Dennoch überwiegen die zahlreichen neuen Eindrücke. In Erinnerung bleibt eine erlebnisreiche Tour mit vielen ungläubigen Blicken, überraschenden Erlebnissen und netten Menschen. Das war sicherlich nicht die letzte Reise im Goggo Coupé. Danke.

Goggo Coupé im Huckepack. Das Loch im Kolben beendet die Tour frühzeitig
Goggo Coupé im Huckepack. Das Loch im Kolben beendet die Tour frühzeitig
GO250. Goggo-Leidenschaft für einen ganz besonderen Oldtimer

» Norwegen ist atemberaubend. Und im Goggo einzigartig «

Goggo in Dänemark

Goggo-Touren: Dänemark. Im alten Goggo Coupé der Nordseeküste entlang

Goggo in Dänemark

Dänemark ist Urlaub

Sonne, Seeluft und Strand – was will man mehr. Dänemark zeigt sich von seiner schönsten Seite. Die Landschaft wirkt natürlich, hat weniger Deiche und gemütliche, verschnörkelte Straßen. Und alles ist zwanglos bzw. typisch skandinavisch mit weniger Vorschriften.

Tagesausflug nach Sylt

Ausnahmsweise geht es zum Tagesausflug zu Fuß und mit der Fähre (externer Link) nach List auf Sylt. Das Goggo Coupé hat sich nach knapp 1.000 Kilometern eine Auszeit verdient. Das Wasser zieht sich zurück, die Ebbe setzt ein und ein Wattspazierung ist möglich. Der kleine Hafen wimmelt von (zahlungskräftigen) Touristen: Fischbrötchen, Kutterfahrten und Outlet-Mode. Nach zwei Stunden geht es wieder zurück auf Rømø (Wiki, externer Link).

Der Mensch am Meer

Früh morgens breche ich auf, um ein großes Stück voranzukommen. Da der Motor des Goggos doch sehr laut ist, schiebe ich das Coupé die ersten paar Meter auf dem Campingplatz, damit nicht alle wach werden. Der Weg führt zurück über den Damm ans Festland und weiter nordwärts. Nächstes Ziel ist der Mensch am Meer (Wiki, externer Link) in Esbjerg. Die vier großen Figuren sind beeindruckend, unabhängig davon, dass es nass, kalt und regnerisch ist. Parken – wie überall in Dänemark – direkt davor, kostenlos und meist mit sanitärer Anlage.

Goggo vor "Der Mensch am Meer"
Goggo Coupé in Esbjerg, direkt vor "Der Mensch am Meer"

Hvide Sande

Glücklicherweise trocken komme ich nach Hvide Sande (Wiki, externer Link), ein kleines Hafenstädtchen an der Westküste Dänemarks. Es ist Sonntag und entsprechend tummelt sich Einiges am Hafen, in den zahlreichen kleinen Bars und Restaurants. Faszinierend: Auf einer Anhöhe befinden sich sogar (nicht restaurierte) deutsche Bunkeranlagen aus dem zweiten Weltkrieg, die begangen werden können.

Rubjerg Knude

Der ehemalige Leuchtturm im Norden Dänemarks ist ein Touristen-Highlight. Nach kurzem Fußmarsch geht’s auf eine riesige Wanderdüne, die dahinter steil ins Meer abfällt. Der Sand ist ganz fein. An der Abbruchkante steht der ehemalige Leuchtturm Rubjerg Knude (Wiki, externer Link). Der Anblick wirkt kurios: Der Turm steht direkt auf oder in der Düne. Zudem wurden aus den Steinen der Nebengebäude kleine Türmchen gebaut oder Namen in den Sand geschrieben. In Kürze wird der Turm um ca. 80 Meter ins Landesinnere versetzt, da die Kliffkante näher rückt.

Hirtshals

Mit den letzten Sonnenstrahlen geht es an der Windmühle von Lønstrup vorbei nach Hirtshals, dem Tor nach Norwegen. Schnell findet sich noch ein Platz auf dem idyllischen Kjul Camping (externer Link). Der Campingplatz hat direkten Strandzugang und ist trotz der Größe sehr ruhig. Dänemark hat sich ab dem Nachmittag nochmals mit tollem Sommerwetter gezeigt.

Windmühle bei Lønstrup im gleißenden Abendlicht
Windmühle bei Lønstrup im gleißenden Abendlicht
GO250. Goggo-Leidenschaft für einen ganz besonderen Oldtimer

» Dänemark im Goggo Coupé im Schnelldurchgang «

Goggo in Skandinavien

Goggo Coupé in Skandinavien. Auf GO250 Oldtimer miterleben

Goggo in Skandinavien

Im Goggo nach Skandinavien

Bereits in den Glanzzeiten der kleinen Goggomobile in den 50er bzw. 60er Jahren wurden im Goggo Coupé abenteuerliche Reisen um den Globus (Buch, externer Link) gemacht. Dieses Reisefieber haben wir mitgenommen. Bereits die Überführungsfahrt nach dem Kauf unseres Coupés 2015 hat unseren Reise-Ehrgeiz geweckt. Warum nicht im eigenen Goggo Coupé Skandinavien entdecken?

Reisevorbereitungen

Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Vier Jahre liegt der Kauf des Oldtimers bereits zurück. Und damit zahlreiche Arbeits- und verzweifelte Nachtstunden am Auto. Somit bekommen wir das Fahrzeug fit für unsere Touren. Letztlich steht im Sommer 2019 ein vermeintlich zuverlässiges Goggomobil vor uns. Ein Oldtimer mit überholtem Goggo-Motor, angepasster Technik und neuer Lackierung. Damit wagen wir unsere Goggo-Oldtimer-Skandinavien-Tour Ende Juli 2019.

Im Oldtimer reisen

Skandinavien ist groß und weitläufig. Folglich planen wir als Reisedauer einige Wochen ein. Die Oldtimer-Tour führt uns vom Ausgangspunkt Mosbach (Baden-Württemberg) im Süden nordwärts bis an Deutschlands Küste. Dort geht es entlang der Nordsee durch Dänemark. Die Strecke an der Westküste Dänemarks ist abwechslungsreich und nicht so flach, wie vermutet. Von Hirtshals im Norden setzen wir mit der Fähre über den Skagerrak. Damit erreichen wir Norwegen. Das große Ziel ist somit erreicht. Dennoch bleibt auf unserer Tour der Weg das eigentliche Ziel. Neue Eindrücke, Sehenswürdigkeiten und insbesondere Menschen prägen die Goggo-Reise nach und durch Skandinavien. Nicht selten zaubert der kleine Oldtimer ein Lächeln auf die Gesichter und weckt dabei alte Erinnerungen. Die Goggo-Begeisterung ist spürbar.

Goggo verbleibt in Skandinavien

Trotz des nicht vorhersehbaren Endes der Reise sammeln wir mehr als 4.000 Kilometer im kleinen Goggomobil Coupé. Eine enorme Strecke, die der kleine Oldtimer in seinem 50. Geburtstagsjahr zurücklegt. Alle Eindrücke und Bilder finden sich in den nachfolgenden Goggo-Etappen. Wir blicken auf eine unvergessliche Reise und das #allesmitdemGoggo.

Goggo im Kalenderformat

Goggo-Kalender Skandinavien

Das Jahr 2020 kann kommen: Zwölf ausgewählte Impressionen im Tischkalenderformat von der Oldtimer-Reise mit dem Goggo Coupé durch DeutschlandDänemark und Norwegen. Schreibe mir eine Nachricht.

Schreibe mir bitte ein kurze Nachricht, warum du den Kalender unbedingt haben möchtest.

Skandinavien-Tour in Zahlen

Strecke

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Gesamtkilometer
0
Kilometer durchschnittlich je Tag
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Liter Verbrauch auf 100 Kilometer

Kosten

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Euro für Tanken
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Euro für Übernachtungen
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Euro für Fähren

Fakten

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mal wild gepinkelt
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mal das Zelt auf und abgebaut
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insgesamt 19 Kronen (NOK) bar bezahlt

Danke

0
Tage pure Zufriedenheit
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Prozent Hilfsbereitschaft
0
(gefühlte) neue Erfahrungen

Takk

Goggo in Deutschland

Goggo-Touren: Deutschland. Im alten Goggo Coupé durch das Heimatland

Goggo in Deutschland

Der Norden von Deutschland rückt näher

Nach einem schmackhaften Frühstück geht es weiter in Richtung Norden. Nächstes Zwischenziel ist Eschede. Eschede? Ich mache mit dem Goggo einen Abstecher an einer unscheinbaren Brücke über schnurgerade Bahngleise. Am 3. Juni 1998 verunglückte dort der ICE 884 Wilhelm-Conrad-Röntgen. Die schreckliche Katastrophe mit 101 Todesopfern hatte ich in meiner Jugend im Fernsehen miterlebt. Heute ist der Ort unscheinbar und ruhig. Lediglich das Denkmal und der kleine Park erinnern an die damaligen Geschehnisse.

Lüneburger Heide

Deutschland ist sehenswert. Insbesondere, wenn man nicht nur wie gewöhnlich über die Autobahnen in den Urlaub im Norden düst. Größtenteils schnurgerade verläuft die Straße durch die Lüneburger Heide. Links und rechts der Straße tauchen immer wieder kleinere Seen oder Tümpel und Parkplätze mit Wandermöglichkeiten auf. Dazu gesellt sich viel Wald. Die typische Heide eben, mit viel Natur. Und typisch Norddeutschland: Alles ist ziemlich flach und grün.

Elbe und Eidersperrwerk

Nach einer kurzen Nacht auf dem Campingplatz Krautsand (externer Link), direkt hinterm Elbdeich, nehme ich am darauffolgenden Morgen die Fähre in Wischhafen und setze nach Glückstadt über. Die Route führt mich hinter großen Deichanlagen nordwärts, über den Nord-Ostsee-Kanal zum Eidersperrwerk (externer Link) bei Eiderstedt. Das ist beeindruckend: Die Flut drückt mit hoher Geschwindigkeit enorme Wassermengen in die Eider landeinwärts.

Goggo in Nordfriesland

Das Wetter verschlechtert sich und dunkle Regenwolken ziehen auf. Dennoch laufe ich über den Deich in Richtung Leuchtturm Westerhever. Die Landschaft ist topfeben. Sie wirkt unendlich: Das saftige Grün der Deiche, Schafe und weites Watt. Die Straßen hingegen sind schön, kurvig und meist nicht breit ausgebaut. Genau die richtige Straßenromantik für eine Fahrt mit dem Goggo Coupé.

Deutschland zeigt sich im Norden von seiner wechselhaften Seite: Bei Husum erwischt mich ein kurzer, aber heftiger Schauer. Am Abend muss ich feststellen, dass der Boden unter dem Fahrersitz komplett nass ist. Woher das Wasser kam (Unterboden, Radkasten oder von oben) ist mir bisher ein Rätsel. Norddeutschland bleibt mir daher ganz „gut“ in Erinnerung. Umso erstaunter bin ich, als ich auf den letzten Kilometern des Tages die Küste Dänemarks mit Sonnenschein genießen kann.

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» Deutschland im Goggo aus einem anderen Augenwinkel entdeckt «

Los geht’s

Goggo-Touren: Ausrüstung in Goggo verstauen

Los geht's

Letzte Vorbereitungen

Bevor es heißt Los geht’s muss das kleine Goggo Coupé noch beladen werden. Die Ausrüstung ist schnell verstaut. Die wichtigsten Werkzeuge, Ersatzreifen und Zweitaktöl sind eingepackt. Dazu gesellt sich ein Berg an (Kamera-) Technik, Kleidung und letztlich auch etwas Essen. Alles, was man eben benötigt, um einige Tage oder Wochen mit einem Oldtimer auf Tour zu gehen. Das Packen im Schnelldurchlauf (YouTube, Zeitraffer-Video). Die letzten Vorbereitungen sind abgeschlossen

Los geht's im Goggo Coupé gen Norden

Am 31. Juli, morgens um 09.00 Uhr geht es los. Das Wetter ist angenehm und sonnig. Zündung an. Der Motor läuft sofort und ruhig. Es riecht nach Benzin und Zweitaktöl. Von Mosbach führen die ersten Kilometer raus nach Norden über Buchen, Walldürn und Wertheim. Bald liegt der erste, dann die ersten zehn und später hundert Kilometer zurück.

Mit dem Goggo Coupé durch Deutschland. Eine ganz besondere Oldtimer-Reise
Mit dem Goggo Coupé durch Deutschland. Eine ganz besondere Oldtimer-Reise

Reichsautobahn, Benzinschlauch & Donut

In Gräfendorf stoße ich auf ein Relikt aus dem zweiten Weltkrieg: Ein Brückenpfeiler der Strecke 46 (Wiki, externer Link), eine unvollendete Reichsautobahn parallel zur heutigen A7.

Im Laufe des Tages riecht es immer stärker und beißender nach Benzin. Während einer Pause fällt mir auf, dass der Motor tropft. Vorerst nichts Ungewöhnliches. Doch als der Motor bereits nach 148 Kilometern ruckelt und nach den Reservelitern verlangt, werde ich stutzig. Der Benzinschlauch ist nicht dicht. Eine kleine Werkstatt unterwegs hat bereits geschlossen (um 14.30 Uhr). ATU hat keinen passenden Durchmesser. Letztlich ist es bereits kurz vor 17.00 Uhr. Durch Zufall entdecke ich bei der Vorbeifahrt in Nazza eine kleine Hinterhofwerkstatt: KFZ-Meisterwerkstatt Tobias Stephan. Die scheint mir sympathisch. Der Meister hilft mir kurzerhand in seinem beginnenden Feierabend, misst den Durchmesser und schneidet mir ein passendes Schlauchstück ab. Klasse Service, unentgeltlich. Nochmals vielen Dank für die unkomplizierte Unterstützung.

Die weitere Fahrt verläuft problemlos. Der Benzinschlauch hält dicht. Kurz nachdem ich die Kali-Abraumhalde in Bischofferode (Wiki, externer Link) bestaunt habe, sprechen mich zwei Frauen mittleren Alters an: MOS GO 250 – das ist ein Goggomobil. Sind Sie aus Mosbach? Das Leben schreibt Geschichten: Eine der beiden stammt aus Aglasterhausen (Wiki, externer Link), keine zehn Kilometer von meiner Heimat Mosbach entfernt. Zum Abschied schenken Sie mir einen Donut. Ich bin angetan von der Offenheit und Freundlichkeit. Danke.

Ungewissheit

Wie lange die Tour tatsächlich geht, ist offen. Ungewiss, ob die Technik über 1.000 Kilometer durchhält. Vielleicht bleibt das Coupé bereits in den ersten Tagen liegen? Die Ungewissheit ist einerseits belastend, andererseits eine Herausforderung. Letztendlich trägt sie zum Abenteuer bei, weil man selbst geringen Einfluss darauf hat. Das ist in unserer modernen Zeit unüblich, haben wir doch mittlerweile vieles in den eigenen Händen bzw. sind es gewohnt, überall Einfluss zu nehmen.

362 Kilometer sind absolviert. Viele neue Eindrücke schwirren im Kopf, als ich müde und glücklich ins Bett falle.

GO250. Goggo-Leidenschaft für einen ganz besonderen Oldtimer

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