Warum ein Oldtimer?

Warum ein Oldtimer?

Der richtige Oldtimer

Welcher Oldtimer passt zu mir?

Lange habe ich mich sporadisch nach einem kleinen Oldtimer umgeschaut. Darunter die Klassiker Mini, Käfer & Fiat 500. Schnell wurde mir jedoch klar: Minis haben viel Rost, Käfer sind der Standard und Fiat 500 sieht man (zu) viele. Und so komme ich durch Zufall auf einen kleinen Oldtimer, der mittlerweile eher ein Exot ist: Das Glas Goggomobil Coupé. Das nenne ich einen wahren Oldtimer. Die klassische Linienform, die einfache Zweitakter-Technik und die kompakten Maße von drei Metern länge. Waren die Goggos in den 50iger und 60iger Jahren sehr beliebt und auch für den Mittelstand erschwinglich, so sind die kleinen Oldtimer mittlerweile eher selten auf den Straßen unterwegs.

Zudem schwärmte mein Großvater mit großer Begeisterung von seiner früheren Goggo Limousine: „Zu viert sind wir damals damit ins Allgäu in die Berge gefahren“. Wer die Innenraumdimensionen (vor allem der Rückbank) kennt, weiß diese Aussage zu schätzen. Übrigens, die groben Stollenreifen von damals liegen noch heute in Opas  Garage.

Daraufhin hatte mich die Oldtimer-Begeisterung vollends gepackt. Und ich beobachtete aktiver die für mich interessanten Oldtimer-Angebote und Onlineinserate.

Mein Oldtimer: Goggomobil Coupé. Die Retro-Aufnahme entstand kurz nach Instandsetzung und Lackierung des Oldtimers im Sommer 2019
Mein Oldtimer: Goggomobil Coupé. Die Retro-Aufnahme entstand kurz nach Instandsetzung und Lackierung des Oldtimers im Sommer 2019

Goggo - eine Herzensangelegenheit

Im Sommer 2014 entschließe ich mich schlussendlich spontan zum Kauf meines Oldtimers: Ein Glas Goggomobil Coupé TS 250. Wie ich erst in den vergangenen Jahren und in vielen Gesprächen nach und nach erfahre, hat das Auto zwar wenig Rost, jedoch gleicht es bei Chassis und Karosserie einem Flickenteppich. Amateurhafte Reparaturen, die üblicherweise nur bei Bedarf und nicht nachhaltig ausgeführt wurden. Dazu kommen verzogene Karosserieteile, ungleichmäßige Ausbesserungen und viel Spachtelmasse.  So what – ich bin nun mal ein absoluter Oldtimer-Laie und muss mit derartigem Negativem rechnen. Trotz der sich in den darauffolgenden Jahren sammelnden Überraschungen im Zuge der technischen Instandsetzung haben wir viel Spaß mit dem Coupé. Anfangs unternehmen wir auch trotz der optischen Mängel einige Goggo-Touren.

Was bedeutet Oldtimer?

Der Blick in die offizielle Definition sorgt schnell für Aufklärung: Ein Fahrzeug zählt in Deutschland als Oldtimer, wenn es 30 Jahre oder älter ist und sich in einem guten Zustand befindet.

Vergleiche dazu Quelle Oldtimer bei Wikipedia (externer Link) oder die Definition des ADAC (externer Link).

Oldtimer mit Patina

In unseren Zeiten des Wohlstands entdeckt man häufig erstklassig restaurierte Oldtimer. Sahnestücke von einst, feinsäuberlich erneuert, als käme das Fahrzeug direkt vom Fließband. Mir fehlt dabei jedoch die Authentizität. Die Patina, die kleinen Makel und Dellen gehören zwangsläufig zu einem Oldtimer. Das liebe ich an meinem Glas Goggomobil Coupé TS 250. Zugegeben, ist das eine persönliche Ansichtssache. Und bei mir auch bedingt durch die begrenzten zeitlichen und finanziellen Mittel. Wer weiß, vielleicht bekommt der Kleine in der Zukunft doch mal eine Komplettrestaurierung ab. Dann fehlt ihm ebenfalls die besondere Patina.

Schönes Goggo Coupé ohne Basis?

51.702 Gesamtkilometer zeigt der Tacho anfangs. Das ist eine ganze Menge für den kleinen Flitzer. Ungewiss jedoch, welche Teile des Fahrzeugs tatsächlich diese Kilometer miterleben durften. Dass das Chassis und die Karosserie mit den zahlreichen Einzelreparaturen und gespachtelten Bereichen keine gute Oldtimer-Qualität erreichen, ja ok. Aber ist das ein Grund, das Coupé wieder zu verkaufen, wie es mir einige raten?

Nein. Das stört mich nicht so sehr. Zu Beginn lege ich den Fokus auf eine überholte und einwandfrei funktionierende Technik. Der glücklosen Motor-Überholung und einem neuen Austauschmotor, folgt die Innenraum-Auffrischung. Das optische Aufbereiten macht mehr dann auch mehr Spaß als die Technik-Erneuerung. Abschließend kümmere ich mich nun um die Karosserie. Auch wenn die (Motor-) Technik sehr interessant und spannend ist, die (restaurierte) Karosserie ist letztlich das, was man auf den ersten Blick sieht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Und so steht zur großen Tour nach Skandinavien im Sommer 2019 ein gut aussehender Oldtimer mit aufbereiteter Technik vor mir.

GO250. Goggo-Leidenschaft für einen ganz besonderen Oldtimer

» Ein seltener Oldtimer und dazu das einzige Goggo Coupé in Mosbach «