Geburtstag

Unser Goggo Coupé hat Geburtstag: 50 Jahre

Geburtstag

Unser Goggo feiert Geburtstag

Auf der Oldtimer-Reise durch Skandinavien im Sommer werden häufig die üblichen Fragen gestellt: Welcher HerstellerWie viel Leistung? Und immer wieder auch, wie alt? Während dieser Unterhaltungen stellen wir beiläufig fest: Unser Goggo Coupé hat dieses Jahr runden Geburtstag und wird ein stattliches, halbes Jahrhundert alt. Das kleine Goggomobil ist somit ein waschechter Oldtimer.

1969 - 2019

50 Jahre

Goggo Coupé: Produktion ab 1957

1954 stellt die Hans Glas GmbH in Dingolfing, in Bayern, das erste Goggomobil vor. Eine Alternative zu einem Motorrad, mit dem Luxus ein Dach über dem Kopf zu haben. Erst drei Jahre (1957) später folgt die „sportliche“ Coupé-Version. Das Coupé hat bei identischem 250ccm-Motor, minimal optimierte Übersetzung und eine elegantere Karosserie und Linienführung. Zudem ist die Sportvariante als Zweisitzer mit Miniatur-Rückbank konzipiert. Das Coupé trägt den Zusatz „TS“ für Touring Sport.

Eines der letzten produzierten Exemplare

Als unser heutiges Goggomobil Coupé-Exemplar 1969 als eines der letzten Exemplare die Produktion verlässt, gilt es noch immer als ein kleines, aber sportliches Fahrzeug. Zum Ende der Produktion kostet ein Goggo Coupé ca. 4.000 DM. Besonderheiten wie eine einfache Technik, wenig Hubraum und die große Panorama-Heckscheibe machen den Kleinen schon damals zu einem Hingucker in jeder Hof-Einfahrt.

Oldtimer mit Charme

Für mich persönlich ist ein Goggomobil Coupé optisch ein Bilderbuch-Oldtimer. Warum? Der Oldie ist klein, kompakt, hat klassische, runde Front- und flossenartige Rückleuchten, eine schnittige Karosserieform und weiche, sanfte Linien. Dazu die Zierleisten und verchromten Stoßstangen. So, wie man sich als Kind bildlich einen Oldtimer vorstellte.

Goggo-Bekanntheit

Auf unseren Ausfahrten im kleinen Oldtimer fällt uns immer wieder auf, dass viele (Ältere) sofort das Goggomobil erkennen. Dabei werden Erinnerungen an die zurückliegenden Zeiten geweckt. Und häufig wird erzählt, wie besonders damals ein Goggomobil Coupé war. Dann staunen wir selbst, welche (schwierigen) Zeiten die damalige Generation miterleben musste – viele Dinge, die für uns mittlerweile selbstverständlich und alltäglich sind.

Pech im Jubiläumsjahr

Leider endet das Jubiläumsjahr abrupt auf der Skandinavien-Tour mit einem Motorschaden in Norwegen. Die Heimreise von Norwegen ist vorzeitig und stimmt mich vorerst traurig. Auch wenn ich anfangs deprimiert bin, Trübsal hilft nicht. Mit viel Unterstützung sind die Schäden durch das Loch im Kolben bald wieder behoben. Letztlich Glück im Unglück. Immerhin hat mich der Oldtimer im Jahr seines 50. Geburtstags bis nördlich des Polarkreises gebracht. Eine enorme Leistung und ein einzigartiges Abenteuer.

GO250. Goggo-Leidenschaft für einen ganz besonderen Oldtimer

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Loch im Kolben

Loch im Kolben beim Goggo Coupé

Loch im Kolben

Loch im Kolben auf Oldtimer-Reise

Die Skandinavien-Reise im Oldtimer endete abrupt und frühzeitig im norwegischen Oppdal (Wiki, externer Link). Glücklicherweise trat der Motorschaden am Goggo Coupé auf der Rückreise nach Süden auf. Dennoch ärgerlich. Im ersten Moment bin ich aufgewühlt. Anschließend niedergeschlagen und letztlich enttäuscht. Wie so oft im Leben, ist man in diesen Momenten froh, wenn man Unterstützung und freundschaftliche Hilfe erfährt. Sowohl die Kollegen des norwegischen Abschleppdienstes sind bemüht, als auch die zahlreichen telefonischen Ansprechpartner beim ADAC in Deutschland. Schlussendlich konnte meine Rückreise via Oslo innerhalb eines Tages organisiert werden. Der ADAC sorgte dank der PLUS-Mitgliedschaft (externer Link) in den darauffolgenden Tagen für den Rücktransport des Goggomobils via LKW. Nochmals ein Dank an den ADAC.

Reparatur dank Goggo-Erfahrung

Der Ausbau des Goggo-Motors ist schnell erledigt. Um den Motor kümmert sich hingegen Christian Fuß (Instagram, externer Link). Seine Oldtimer- und insbesondere Goggo-Erfahrung hat mir schon einige Male Sorgen erspart. Er zerlegt und prüft den kleinen Motor komplett. Der Kolben und die Zylinderwand weisen tiefe Riefen auf. Zudem fehlen Teile eines Kolbenrings. Dies deutet auf große Hitze und einen Kolbenfresser (Wiki, externer Link) hin. Durch die Ausdehnung des Materials und die dabei fehlende Schmierung hing der Kolben zumindest kurzzeitig fest. Das Loch im Kolben entstand dann in Folge einer zu frühen Zündung. Glück im Unglück: Alle weiteren Motorteile und insbesondere die Kurbelwelle haben keine erkennbaren Schäden davongetragen.

Passende Goggo-Ersatzteile

Zur Reparatur des Schadens benötige ich neue Kolben bzw. Zylinder, sowie einige Dichtungen und Lager. Letztere sind durch Metallabrieb beschädigt bzw. stark zugesetzt. Christian kramt in seinem Ersatzteillager und wird in Form von fast neuen Kolben & Zylindern fündig. Erneut ein Glücksgriff. Alle weiteren Teile bestellen wir bei Uwe Staufenberg (externer Link). Nach zwei Wochen ist der Motor wieder einsatzbereit. Dank Christians Erfahrung und Unterstützung ist der Motor wieder (fast) wie neu. Ein großes Dankeschön an Christian!

Loch im Kolben repariert. Goggo-Motor mit neuen Zylindern und Kolben
Loch im Kolben repariert. Goggo-Motor mit neuen Zylindern und Kolben

Wiedereinbau des reparierten Goggo-Motors

Zurück in der Garage mache ich mich an den Einbau des kleinen, 250 ccm schwachen Motors. Abschließend folgt der für mich kniffeligste Teil: Das Zusammenfügen der Anbtriebsachse mit den Kreuzgelenken und den Antriebsklauen. Auch das klappt problemlos.

Regler und Zündanlage

Wie genau das Loch im Kolben bzw. der Kolbenfresser entstand, ist nicht eindeutig rekonstruierbar. Vieles weist auf eine fehlerhafte Zündanlage und falsche Zündzeitpunkte hin. Bereits in Südnorwegen verschlissen die Kohlebürsten zu stark. Folglich prüfen wir nun die Zündanlage akribisch und entscheiden uns letztlich für einen Austausch. zurück auf die kontaktlose Zündung mit Hallsensoren und Geber. Den mechanischen Regler von Bosch lasse ich zwischenzeitlich in Lindlar bei Electronic-Data-Kleiber (externer Link) auf einen elektrischen Regler umbauen.

Persönliches Fazit

Aus Fehlern soll man Lernen. Schlussendlich zeigt sich, dass die Skandinavien-Reise im Oldtimer glücklich verlief. Der Motorschaden hätte auch deutlich früher auftreten können. Wieder einmal hat Naivität und Unwissenheit teures Lehrgeld gekostet. Anfangs war ich frustriert. Doch dank der herzlichen Unterstützung und mit etwas Abstand überwiegen die vielen, erlebten Eindrücke der Reise nach und durch Skandinavien. Unbezahlbar

Zudem schwirren uns bereits die nächsten Goggo-Tour-Ideen durch den Kopf. Unsere Goggo-Begeisterung ist nach wie vor ungebrochen.

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Goggo-Begeisterung

Begeisterung für das Glas Goggo Coupé

Goggo-Begeisterung

Wie kommt man zur Goggo-Begeisterung?

Vor einigen Jahren reifte in mir der Entschluss, einen Oldtimer zu kaufen. Schnell war klar und die Entscheidung getroffen, dass es ein Goggomobil Coupé sein soll. Ich hatte das Fahrzeug noch nie zuvor live gesehen und war dennoch begeistert davon. Schließlich ist das Fahrzeug mit Zweitakttechnik sehr klein, laut, unsicher und nicht gerade entspannt zu fahren. Woher kommt folglich diese Goggo-Begeisterung?

Ein Blick in die Vergangenheit

Unser Großvater (Opa Ewald) hatte gerne und stolz von seinen Autos geschwärmt. Mit wenig Geld wurde erstaunliches erreicht bzw. gekauft. Volkswagen Käfer, Audi 80, Passat oder Golf Plus. Und mitunter in den späten Fünfzigern eben auch eine Goggomobil Limousine. Davon erzählte er besonders gern: Mit dem Goggo sind wir zu viert (!) in den Schwarzwald gefahren. Trotz Einfachheit der Technik musste sein Goggomobil früher oder später einem komfortableren Fahrzeug weichen. Doch die Goggo-Begeisterung blieb bestehen. Und noch bis vor einigen Jahren lagerten zwei alte Goggo-Reifen in Opas Garage.

Goggo-Begeisterung vererbt. Opa fährt gedanklich immer mit.
Goggo-Begeisterung vererbt. Opa fährt gedanklich immer mit.

Klasse, ein Goggo!

Auch wenn Opa Ewald vor einigen Jahren gestorben ist, so hat er seine Goggo-Begeisterung weitergegeben. Noch zu seinen Lebzeiten hatte ich mein Coupé gekauft. Ein einziges Mal hat er es gesehen und freudig gestrahlt: „Oh, ein Goggo!“ Er war begeistert von dem „sportlichen“ Flitzer: “  Eine Sportversion (Coupé) – das hatte damals im Dorf nur einer, ein Bekannter.“ Heutzutage hingegen wird man im kleinen Coupé lediglich mit einem Schmunzeln belächelt – Sportversion hin oder her. Wie sich die Zeiten ändern. Eine gemeinsame Runde in meinem Goggo Coupé konnte ich mit Opa allerdings nicht mehr drehen. Das bleibt ein unerfüllter Wunsch.

In Erinnerung bleiben

Auch wenn sich die Zeit weiterdreht, immer kurzfristiger neue Fahrzeug-Innovationen auf dem Markt erscheinen und die Automobilbranche viel Geld investiert. Die Goggo-Begeisterung von Opa fährt im kleinen Coupé weiterhin mit. Und damit auch eine kleine Erinnerung an schlichtere Zeiten. Als man wenig hatte, aber damit umso zufriedener war.

Weitere, allgemeine Infos zum Goggomobil auf Wikipedia (externer Link).

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Goggo in Norwegen

Goggo-Touren: Skandinavien. Weite Norwegens mit Goggo Coupé

Goggo in Norwegen

Das Titelbild zeigt das kleine Goggo Coupé auf einem ruhigen Parkplatz kurz vor dem Nördlichen Polarkreis.

Norwegen im Goggo Coupé erkunden

Noch immer kann ich es nicht ganz glauben. Mit dem Goggo Coupé erreiche ich nach der Fahrt durch Norddeutschland und Dänemark tatsächlich Norwegen. Dazu zeigt sich das nordische Land gleich zu Beginn von seiner besten Seite: Blauer Himmel, weiße Schönwetterwolken und angenehme Temperaturen. Herrlich und (noch) unglaublich. Doch von vorne – wie komme ich von Dänemark über den Skagerrak nach Norwegen?

Über den Skagerrak

Früh morgens starte ich voller Euphorie am Campingplatz in Hirtshals direkt an den angrenzenden Strand. Der Sand ist ganz fest und kann mit dem Fahrzeug befahren werden. Etwas vorsichtig und ängstlich fahre ich langsam auf den betonharten Strand. Was für eine ungewöhnliche Erfahrung und ein klasse Bild. Laut einem Campingplatz-Dauerbesucher aus Deutschland landeten hier früher sogar große Militärtransportmaschinen. Irre, was für eine Vorstellung.

Goggo Coupé am Strand von Hirtshals
Goggo Coupé am Strand von Hirtshals im Norden Dänemarks

Über den Skagerrak

Mit der Fähre geht es am Mittag in guten drei Stunden von Hirtshals (DK) nach Kristiansand (NOR). Dabei kommen mir viele Kindheitserinnerungen in den Kopf. Früher waren wir häufiger im Sommerurlaub mit Zelt und PKW in Norwegen zum Urlaub. Damals mit den alten Fähren Skagen oder Christian IV waren für mich die Überfahrten (wie noch heute) interessant und aufregend – ich muss(te) immer alles bestaunen, anschauen und fotografieren: Das Schiff, die Technik und das Meer.

Das Wetter wechselt während der Überfahrt überraschend von trüb und wolkenverhangen auf sonnig mit blauem Himmel. Das Goggo Coupé übersteht die Überfahrt ohne Probleme und keinerlei Vorkommnissen. Ein (gewöhnlicher) Mitreisender eben.

Das kleine Coupé auf dem Autodeck der Superspeed-Fähre von Color Line
Das kleine Coupé auf dem Autodeck der Superspeed-Fähre von Color Line

Setesdal bis Røldal

Im Setesdal hängen die Wolken tief, dennoch regnet es nicht und zwischendurch blitzt die Sonne durch. Das Tal ist dennoch vielfältig. Bereits wenige Kilometer außerhalb der Großstadt Kristiansand bin ich in der einzigartigen Natur Norwegens angekommen. Ich übernachte auf einem kleinen Rastplatz, nebst zwei Baustellen-Trucks (siehe Highlightbild weiter unten). Die begeisterten Jungs, bitten mich zuerst, dass Goggo umzuparken, obwohl ihre Trucks locker genügend Platz haben. Doch das Goggo Coupé soll genau vor den Trucks stehen. Man soll die Größenunterschiede besser erkennen sehen. Wir sind alle drei wie kleine Jungs und freuen uns gemeinsam über diese ausgefallene Situation. Im Gespräch merken die Beiden an, dass sie heute Nacht in ihren Trucks übernachten. Sie überzeugen mich schließlich, dass ich direkt daneben im Zelt schlafen kann.

In Deutschland hätte ich sicherlich nicht richtig schlafen können. Zu ängstlich wäre ich gewesen – überfallen sie mich heute Nacht? Nicht so in Norwegen. Als ich morgens um sieben aufwache und aus dem Zelt krieche, fahren beide mit einer ersten Ladung Schotter hupend am Parktplatz vorbei und strahlen glücklich.

Das Wetter klart auf, ist sonnig bei strahlend blauem Himmel. So ist im Laufe des Tages eine gemütliche Brotzeit mit herrlichem Blick über Røldal möglich.

Immer nordwärts

Richtung Odda geht es durch lange Tunnel den Berg hinauf, teils sogar in Tunneln die eine 360°-Schleife im Berg machen – einfach irre. Das kostet mich einige Nerven. Meistens steigt die Strecke im Tunnel steil an oder es geht ordentlich bergabwärts. Bei ersterem kämpft der Oldtimer und wir kriechen teils mit 30 km/h den Berg hinauf. Dabei habe ich anfangs die Hosen richtig voll.

Doch schlussendlich läuft das Coupé hervorragend und wir meistern alle Steilstücke und Tunnel ohne technische Ausfälle. Die Straßen im Süden sind mittlerweile überwiegend gut ausgebaut, nur noch selten schmal und klein. Zu den Urlaubstagen meiner Jugendjahre mit meinen Eltern war das noch anders: Gewaltige Felsüberhänge und Straßen so schmal wie ein Fahrzeug waren damals nichts besonderes.

Abstecher zum Buarbreen

Bei Odda entscheide ich mich spontan zu einer kurzen Wanderung (knapp eine Stunde/einfach) zum Ausläufer des Buarbreens, der Teil des mächtigen Folgefonna Nationalparks (Wiki, externer Link) ist.

Im Nachgang ein Fehler. Der Parkplatz kostet untypischerweise für Norwegen (150 NOK). Dazu strömen Scharen von Touristen den teils steilen Hang mit Turnschuhen hinauf. Stau, Stress und rücksichtslose Urlauber. Letztlich kommt man an die Gletscherzunge gar nicht direkt dran. Beeindruckend ist der Gletscher dennoch.

Gletscher Buarbreen bei Odda
Gletscher Buarbreen bei Odda, als Ausläufer des Folgefonna Nationalparks

Von Odda bis Utne

Am späten Nachmittag fahre ich weiter den Fjord entlang nach Odda und weiter bis zur Fähre nach Utne. Die typische Fjordüberfahrt über den Hardangerfjord (Wiki, externer Link) nach Kvanndal sorgt für eine kleine Verschnaufpause für uns beide. Wir bestaunen dabei den mächtig aufragenden Mount Oksen, der dieses Mal leider nicht Teil einer Wanderung ist. Ich übernachte auf dem Campingplatz Flatelandsmo (externer Link) kurz vor Vossevangen. Das Wetter hält bis zum Abend. Im Zelt liegend höre ich, wie starker Regen einsetzt. Zu meiner Erleichterung habe ich nachts immer eine Zeltgarage über dem Oldtimer. Somit steht er zumindest über die Nacht sicher und trocken.

Nordfjordeid, Ålesund, Kristiansund

In Maurstad bei Nordfjordeid (Wiki, externer Link) lerne ich Gert, einen deutschen Auswanderer, kennen. Die Goggo-Begeisterung trägt ihren Teil dazu bei: Er spricht mich an der Tankstelle an, erklärt mir einige norwegische Besonderheiten, führt mich in die Couchsurfing-Community ein und stellt mir (kostenfrei) eine warme Unterkunft. Danke, Gert, für die herzliche Unterstützung.

Ålesund (Wiki, externer Link) ist immer ein Besuch wert. Die Stadt an der zerklüfteten Küste, umgeben von hohen Bergkämmen, ist einzigartig. Diesmal besuche ich nicht das von Touristen überfüllte Zentrum, sondern unternehme eine einstündige Wanderung auf das südlich gelegene Grøthornet. Das Wetter spielt mit und der Blick über die Fjordlandschaft und runter in die Stadt gibt’s als Belohnung.

Danach flitzen wir ausgepowert aber gut gelaunt weiter via Molde (externer Link) der Küste entlang Richtung Kristiansund (Wiki, externer Link). Dort wartet ein weiteres Highlight auf mich: Am frühen Morgen fahren wir über den bekannten Atlanterhavsvegen (Wiki, externer Link)  Eine Straße direkt am bzw. über dem Wasser über kleine Schären und Inseln.

Kurz vor Kristiansund nochmals eine Bewährungsprobe für das Goggomobil Coupé und meine Nerven: Eine knapp sechs Kilometer lange Durchfahrt durch den Atlanterhavstunnel (Wiki, externer Link). Die Röhre führt unter dem Meer hindurch. Zuerst geht es steil (wirklich steil!) bergab zum tiefsten Punkt, 250 Meter unterhalb der Wasseroberfläche. Danach muss man das Ganze wieder hinauf. Der kleine Oldtimer kämpft tapfer. Mein Puls legt sich auch wieder, sobald wir den Ausgang erreicht haben. Kristiansund ist auf mehreren Inseln gebaut. Der Hafen im Mittelpunkt ist dadurch von verschiedenen Seiten zugänglich. Ein schönes Städtchen, das ich mir bei einem kleinen Spaziergang ansehe.

Technische Probleme am Goggo Coupé

In Trondheim (Wiki, externer Link) scheint die Sonne. Klasse Wetter, dazu die Fjordlandschaft und einsame Straßen. Doch abends macht das Coupé allerdings keinen Mucks mehr. Die Kohlebürsten der Lichtmaschine sind verschlissen. Via ADAC bekomme ich Hilfe. Die norwegischen Kollegen schleppen mich zu einem Motorradhändler. Dieser wiederum vermittelt mich am nächsten Morgen an einen Bekannten: Ole Martin von Mobeck Tekniske (externer Link). Ein Tüftler und Visionär, der trotz fehlender Ersatzteile im Laufe des Vormittags eine Lösung zaubert. Danke für die Hilfsbereitschaft. Takk Ole!

Nervlich bin ich danach erledigt und aufgewühlt. Schließlich fahre ich bei regnerischem Wetter aus Trondheim heraus weiter gen Norden. Die ganzen Gedanken und Eindrücke seit der Panne muss ich erstmal verarbeiten.

Schöne Küste und einige Fährfahrten

Die improvisierten Kohlen erfüllen ihren Zweck und verhelfen dem Coupé zu alter Kraft. So geht es weg von der vielbefahrenen Nord-Süd-Verbindung E6. Über Namsos schlängelt sich die ruhige Straße durch üppige Wälder nordwestwärts, hin zum Meer. Und habe wieder einen Grund zur Freude (trotz schlechten Wetters): Insgesamt stehen beim Küsten- bzw. Inselhopping vier Fährfahrten an einem einzigen Tag an. Die erste Fähre führt von Holm nach Vennesund. Anschließend rollen wir auf die nächste Fähre, in Horn, nach Andalsvågen. Daraufhin folgt bereits keine zwanzig Kilometer weiter eine weitere Überfahrt: Das kleine Goggomobil Coupé steht in der Wartespur für die Fähre von Forvik nach Tjøtta. Den Abschluss bildet dann am späten Nachmittag die Fähre von Vevang nach Nesna. Auch wenn je nach Fähre ein Betrag zwischen 10 und 20 Euro fällig werden und die Überfahrt bzw. das Warten Zeit in Anspruch nehmen, so ist es dennoch eine willkommene Abwechslung. Ich freue mich immer wieder, wenn es auf eine Fähre und somit über’s Wasser geht.

Übrigens: Die Zahlung erfolgt direkt in der Wartespur problemlos und schnell via Kreditkarte. Lediglich vereinzelte Touristen zahlen unter irritiertem Blick des Kassierers mit norwegischem Bargeld. Warum sind wir im „fortschrittlichen“ Deutschland noch nicht so weit?

Goggo Coupé am Polarkreis

Am Abend fahre ich vorbei an Mo i Rana (Wiki, externer Link). Plötzlich ein Schreck: Die rote Zündungsleuchte brennt. Zwei Tage nach unserem Tausch der Kohlebürsten in Trondheim sind die Bürsten erneut abgelaufen. Mit viel Glück rolle ich an einem abgelegenen Trucker-Stop und zugehörigem Campingplatz bei Krokstranda vorbei. Das Motorgeräusch verstummt. Als ich den Schlüssel erneut umdrehe, passiert nichts. Stille. Direkt bevor es über das einsame Saltfjellet (Google Maps, externer Link) und damit über den Polarkreis geht, lässt mich das kleine Goggo Coupé erneut im Stich. Mit dem letzten Tageslicht strande ich auf einem Campingplatz direkt an der Nord-Süd-Trasse im Nirgendwo.

Dem Schock folgt die Routine. Erstmal Zelt aufbauen und Essen kochen. Das lenkt von den Sorgen ab und muss so oder so erledigt werden. Währenddessen schießen mir erste Gedanken durch den Kopf: Woher bekomme ich neue Kohlebürsten? Wie lange dauert das? Was kostet ein Paket hierher? Warum hielten die Bürsten nur 500 anstatt der üblichen 15.000 bis 20.000 Kilometer? Ich löchere mich mit Fragen und sorge damit für noch mehr Verzweiflung. Das einsame Reisen hatte mich nicht gestört. Doch genau jetzt fehlt mir der Partner, der mich auf andere Gedanken bringt und ablenkt. 

Drei Tage Zwangspause, bis neue Kohlebürsten von Uwe Staufenberg (externer Link) aus Deutschland per Express eintreffen. DHL bekommt dafür 60,00 Euro. Egal. Danke Uwe, für die schnelle Unterstützung. Als Entschädigung gibt’s ausnahmsweise einen Burger mit Pommes im nahegelegenen Krokstrand Kafe (Wiki, externer Link): Für stolze 21,00 Euro.

Die neuen Kohlen sind schnell eingebaut und der Motor läuft wieder. Mit mulmigem Gefühl überquere ich am Abend endlich den Polarkreis. Ein weiterer, besonderer Meilenstein ist erreicht. Ich spüre eine gedrückte Erleichterung. Nächstes greifbares Ziel ist Narvik.

Kohlebürsten bereiten weiterhin Sorgen

In Fauske gibt es neuen Proviant: Eier, luftiges Brot, Käse und etwas Obst. Gedanklich beschäftige ich mich bereits mit den Lofoten. Dort gibt es viele zu entdecken, einzigartige Wanderungen und noch mehr Natur. Doch bereits in Innhavet steht fest: Die Tour mit dem Oldtimer kann nicht weitergehen. Auch die neuen Kohlebürsten verschleißen nach weniger als 1.000 Kilometern. Und damit deutlich schneller als üblich. Zudem weisen sie teils abgebrochene Kanten auf. Der Grund des Verschleißes bleibt trotz intensiver Suche vorerst offen. Mein Herz schlägt schnell. Panik kommt in mir auf. Was nun tun? Wie komme ich weiter voran oder zumindest glimpflich und mit Oldtimer in die über 3.500 Kilometer entfernte Heimat?

Lichtmaschine zeigt Schwächen. Die Kohlebürsten verschleißen schneller als üblich
Lichtmaschine zeigt Schwächen. Die Kohlebürsten verschleißen schneller als üblich

Entscheidung gefallen

Bei Innhavet, 130 Kilomter südlich von Narvik, fällt eine schwere Entscheidung. Aufgrund der technischen Probleme breche ich die Skandinavien-Tour im Oldtimer ab. Prioriät hat nun das Ankommen auf vier Oldtimer-Rädern in Deutschland. Als Notlösung besorge ich dazu eine größere Autobatterie, die die erforderliche Energie für die Zündung liefert. Die Lichtmaschine klemmen wir ab, sodass während der Fahrt kein Strom erzeugt wird und folglich kein Strom über die Kohlen fließt. Die Kohlen werden damit lediglich beim Starten des Motors kurzzeitig beansprucht. Abends am Campingplatz lade ich die Batterie auf. Eine passable Lösung. Damit sollten wir nach Hause kommen. Allerdings ist das eigentliche Ziel, mit dem Goggo Coupé bis ans Nordkap (Wiki, externer Link) zu gelangen, verfehlt. Schweren Herzens drehen wir knapp 900 Kilometer südlich des Kaps um – südwärts, Richtung Heimat.

Gestrandet in Oppdal

Bereits in Soknedal ruckelt der Goggo-Motor ein wenig. Nicht beunruhigend, da der Kraftstoff zur Neige geht. Frisch getankt geht es weiter. Doch einige Kilometer vor Berkåk fällt die Leistung schlagartig ab. Der Goggo-Motor scheint nur noch mit einem Zylinder zu laufen. Der ADAC schickt die norwegischen Kollegen, die das Coupé am späten Nachmittag nach Oppdal bringen. Ein kurzer, vorläufiger Check zeigt Zündfunken auf beiden Zylindern. Die Zündkerzen sind somit okay. Doch ein Blick in den rechten Zylinder genügt: Loch im Kolben. Das endgültige Ende der Tour.

Goggomobil bleibt zurück

Daraufhin überschlagen sich die Eindrücke: Eine Nacht im Hotel (140,00 Euro/Nacht), organisiert durch die norwegischen Abschlepper. Zur Ablenkung genieße ich zumindest eine Entspannung in der Hotelsauna. Am nächsten Tag räume ich das Nötigste aus dem Coupé, das trostlos auf dem Parkplatz der Werkstatt steht. Die Rückreise muss ich zu allem Ärger selbst organisieren. Für die Nacht buche ich mir eine Bahnfahrt nach Oslo – ohne Goggomobil. Von Oslo fliege ich zurück nach Deutschland. Knappe zwölf Stunden später bin ich bereits zu Hause. Ein abruptes Ende des vielseitigen Abenteuers. Gestern noch gemütlich im Oldtimer durch die einzigartige Naturlandschaft Norwegens gedüst, überbrücke ich in der Luft innerhalb weniger Minuten mehrere tausend Kilometer.

Immerhin – dank ADAC Plus-Mitgliedschaft (externer Link) kümmert sich der Automobilclub derweil um die Rückführung des Oldtimers nach Deutschland.

Nach 4.319 Kilometern durch Deutschland, Dänemark und Norwegen ist die Reise mit dem kleinen Oldtimer leider zu Ende. Dennoch überwiegen die zahlreichen neuen Eindrücke. In Erinnerung bleibt eine erlebnisreiche Tour mit vielen ungläubigen Blicken, überraschenden Erlebnissen und netten Menschen. Das war sicherlich nicht die letzte Reise im Goggo Coupé. Danke.

Goggo Coupé im Huckepack. Das Loch im Kolben beendet die Tour frühzeitig
Goggo Coupé im Huckepack. Das Loch im Kolben beendet die Tour frühzeitig
GO250. Goggo-Leidenschaft für einen ganz besonderen Oldtimer

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Goggo in Dänemark

Goggo-Touren: Dänemark. Im alten Goggo Coupé der Nordseeküste entlang

Goggo in Dänemark

Das Titelbild zeigt den kleinen rot-weißen Oldtimer am westlichsten Grenzübergang nach Dänemark bei Rudbøl.

Dänemark ist Urlaub

Sonne, Seeluft und Strand – was will man mehr. Dänemark zeigt sich von seiner schönsten Seite. Die Landschaft im Westen Dänemarks wirkt natürlich, hat weniger Deiche als der deutsche Norden und gemütliche, verschnörkelte Straßen. Und alles ist zwanglos bzw. typisch skandinavisch mit wenigen Vorschriften. Ich fühle mich direkt wohl und genieße jeden gefahrenen Kilometer. Als Tagesabschluss finde ich auf der Insel Rømø einen idyllischen Campingplatz mit rot-weißen Holzhütten direkt am Meer. Hier bleibe ich zwei Nächte.

Tagesausflug nach Sylt

In meiner Kindheit waren wir mehrmals zum Badeurlaub auf Sylt. Die schönen Erinnerungen sind jedoch schon weit weg. Daher nehme ich mir fest vor, einen Abstecher nach Sylt zu machen. Ausnahmsweise geht es zum Tagesausflug zu Fuß und mit der Fähre (externer Link) nach List auf Sylt. Das Goggo Coupé hat sich nach knapp 1.000 zurückgelegten Kilometern eine Auszeit verdient. Angekommen auf Sylt bin ich überrascht ob der vielen Veränderungen in den zurückliegenden Jahren, seit ich nicht mehr in List auf Sylt war. Das große Riesenrad, der angelegte Parkplatz und die vielen Fress- und Souvenirbuden am Hafen. Das drückt meine Stimmung, waren doch die Kindheitserinnerungen vom einst beschaulichen List so schön.

Zur Abwechslung mache ich einen Spaziergang am Strand. Das Wasser zieht sich zurück, die Ebbe setzt ein und ein kleiner Wattspazierung ist möglich. Das ist Nordseefeeling pur.

Zurück am kleinen Lister Hafen wimmelt es mittlerweile von  (zahlungskräftigen) Touristen: Fischbrötchen, Kutterfahrten und Outlet-Mode. Nach zwei Stunden habe ich genug von den Touristenmasse. Noch vor dem Mittag geht es wieder zurück auf Rømø (Wiki, externer Link). Auf der Rückfahrt schwirren mir viele Gedanken durch den Kopf. Ich versinke in der Früher-war-alles-besser-Denke. Die zahlreichen (negativen) Veränderungen beschäftigen mich noch länger.

Der Mensch am Meer

Den restlichen Tag nach meinem Sylt-Ausflug verbringe ich auf dem gemütlichen Campingplatz. Ich sitze an einer überdachten Küchenhütte, genieße den frischen Wind, die Seeluft, den weiten Blick über die saftigen Wiesen und das Wasser. Hier gefällt’s mir.

Am nächsten Morgen schiebe ich das Coupé die ersten Meter aus dem Campingplatz und breche auf. Ich möchte niemanden mit dem lauten Zweitakter-Motorgehäule wecken. Für heute habe ich mir ein großes Stück vorgenommen. Der Weg führt zurück über den Damm ans Festland und weiter nordwärts. Nächstes Ziel ist der Mensch am Meer (Wiki, externer Link) in Esbjerg. Darüber hatte ich mal zufällig gelesen und somit landete diese Attraktion sofort als Wegpunkt auf meiner Route. Die vier großen Figuren sind beeindruckend, unabhängig davon, dass es nass, kalt und regnerisch ist. Parken – wie überall in Dänemark – direkt davor, kostenlos und meist mit sanitärer Anlage.

Goggo vor "Der Mensch am Meer"
Goggo Coupé in Esbjerg, direkt vor "Der Mensch am Meer"

Hvide Sande

Glücklicherweise trocken komme ich nach Hvide Sande (Wiki, externer Link), ein kleines Hafenstädtchen an der Westküste Dänemarks. Es ist Sonntag und entsprechend tummelt sich Einiges am Hafen, in den zahlreichen kleinen Bars und Restaurants. Faszinierend: Auf einer Anhöhe befinden sich sogar (nicht restaurierte) deutsche Bunkeranlagen aus dem zweiten Weltkrieg, die betreten werden können. Ich bin fasziniert. Derartige Kriegsrelikte ziehen mich immer in den Bann. Meine Gedanken kreisen in den Kriegsjahren: Wie muss es hier wohl zugegangen sein, bei solche gewaltigen Bunkern und Stellungen? Gab es hier Kriegshandlungen und Flugzeugangriffe? Beeindruckt schlendere ich nach einer guten Stunde zurück zum Oldtimer, drehe den Zündschlüssel herum und fahre weiter gen Norden.

Rubjerg Knude

Der ehemalige Leuchtturm im Norden Dänemarks steht schon länger auf meiner „möchte-ich-mal-sehen-Liste“. Leider ist die Ruine mittlerweile ein überlaufenes Touristen-Highlight. Toilettenhäuschen auf einem Feld und provisorische Parkplätze auf großen Wiesen zeugen davon. Nach kurzem Fußmarsch geht’s auf eine riesige Wanderdüne, die dahinter steil ins Meer abfällt. Der Sand ist ganz fein. An der Abbruchkante steht der ehemalige Leuchtturm Rubjerg Knude (Wiki, externer Link). Der Anblick wirkt kurios: Der Turm steht direkt auf oder in der Düne. Zudem wurden aus den Steinen der Nebengebäude kleine Türmchen gebaut oder Namen in den Sand geschrieben. Einige Paraglider nutzen den Aufwind an den steilen Abbruchkanten.

Es ist bereits früher Abend und die Sonne steht schon tief. Dadurch halten sich Touristenmassen in Grenzen: Schätzungsweise 50 andere Begeisterte teilen sich das Motiv mit mir. Begeistert mache ich einige Bilder, bewundere die Aussicht vom Turm herunter und vergesse dabei die Zeit.

Einige Wochen später wird der Turm um ca. 80 Meter ins Landesinnere versetzt, da die Kliffkante näher rückt. Glück gehabt.

Hirtshals

Mit den letzten Sonnenstrahlen geht es an der Windmühle von Lønstrup vorbei nach Hirtshals, dem Tor nach Norwegen. Schnell findet sich noch ein Platz auf dem idyllischen Kjul Camping (externer Link). Der weitläufige und natürlich angelegte Campingplatz hat direkten Strandzugang. Tortz oder gerade wegen seiner Größe ist er sehr ruhig. Dänemark hat sich ab dem Nachmittag nochmals mit tollem Sommerwetter gezeigt.

Es ist bereits dunkel, als ich mir als Belohnung noch eine Portion Nudeln mit Soße zubereite. Im Schlafsack lasse ich den Tag revue passieren: Heute morgen noch ganz im Süden Dänemarks gestartet, habe ich viele neue Eindrücke gesammelt, den großen Hafen von Esbjerg spazierend entdeckt, das Meer an einsamen Stränden bewundert, Regen, Gewitterwolken und Sonne erlebt. Müde und zufrieden schlafe ich ein.

Windmühle bei Lønstrup im gleißenden Abendlicht
Windmühle bei Lønstrup im gleißenden Abendlicht
GO250. Goggo-Leidenschaft für einen ganz besonderen Oldtimer

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Goggo in Skandinavien

Goggo Coupé in Skandinavien. Auf GO250 Oldtimer miterleben

Goggo in Skandinavien

Ein außergewöhnlicher Anblick: Mein kleines Goggo Coupé vor der Weite des Sognefjords bei Hermansverk in Norwegen. Ein einzigartiger Moment für mich.

Im Goggo nach Skandinavien

Bereits in den Glanzzeiten der kleinen Goggomobile in den 50er bzw. 60er Jahren wurden im Goggo Coupé abenteuerliche Reisen um den Globus (Buch, externer Link) gemacht. Dieses Reisefieber habe ich übernommen. Bereits die Überführungsfahrt in die Heimat nach dem Kauf des Coupés 2015 hat meinen Reise-Ehrgeiz geweckt. Warum nicht im eigenen Goggo Coupé Skandinavien entdecken?

Meine Reisevorbereitungen

Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Vier Jahre liegt der Kauf des Oldtimers bereits zurück. Und damit zahlreiche Arbeits- und verzweifelte Nachtstunden am Auto. Somit bekommen wir das Fahrzeug hoffentlich fit genug für meine große Tour. Letztlich steht im Sommer 2019 ein vermeintlich zuverlässiges Goggomobil vor uns. Ein Oldtimer mit überholtem Goggo-Motor, angepasster Technik und neuer Lackierung. Damit wage ich in meiner beruflichen Auszeit die Goggo-Oldtimer-Tour nach Skandinavien Ende Juli 2019.

Im Oldtimer reisen

Skandinavien ist groß, weitläufig und hat für mich sehr viel zu bieten.. Daher plane ich einige Wochen als Reisedauer, um möglichst viel erleben zu können. Die Oldtimer-Tour beginnt am heimatlichen Ausgangspunkt Mosbach (Baden-Württemberg) im Süden und führt nordwärts bis an Deutschlands Küste. Dort geht es entlang der Nordsee nach Dänemark. Die Strecke an der Westküste Dänemarks ist behalte ich als abwechslungsreich nicht so flach wie ursprünglich vermutet in Erinnerung. Von Hirtshals im Norden setze ich mit der Fähre über den Skagerrak. Damit ist das große Ziel Norwegen erreicht. Dennoch bleibt auf meiner Tour der Weg das eigentliche Ziel. Neue Eindrücke, Sehenswürdigkeiten und insbesondere Menschen prägen die Goggo-Reise nach und durch Skandinavien. Nicht selten zaubert der kleine Oldtimer ein Lächeln auf die Gesichter und weckt dabei alte Erinnerungen. Die Goggo-Begeisterung ist spürbar.

Goggo verbleibt in Skandinavien

Trotz des nicht vorhersehbaren Endes der Reise sammle ich mit meinem kleinen Reisegefährten mehr als 4.000 Kilometer im kleinen Goggomobil Coupé. Eine enorme Strecke, die der kleine Oldtimer in seinem 50. Geburtstagsjahr zurücklegt.

Doch wieso komme ich nicht mit dem kleinen Oldtimer zurück nach Mosbach – was war passiert? Alle Erlebnisse, Eindrücke und ein kleines Reisetagebuch finden sich in den nachfolgenden Goggo-Etappen. Ich blicke auf eine unvergessliche Reise und das #allesmitdemGoggo.

Goggo im Kalenderformat

Goggo-Kalender Skandinavien

Das Jahr 2020 kann kommen: Zwölf ausgewählte Impressionen im Tischkalenderformat von der Oldtimer-Reise mit dem Goggo Coupé durch DeutschlandDänemark und Norwegen. Schreibe mir eine Nachricht.

Schreibe mir bitte ein kurze Nachricht, warum du den Kalender unbedingt haben möchtest.

Skandinavien-Tour in Zahlen

Strecke

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Gesamtkilometer
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Kilometer durchschnittlich je Tag
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Liter Verbrauch auf 100 Kilometer

Kosten

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Euro für Tanken
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Euro für Übernachtungen
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Euro für Fähren

Fakten

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mal wild gepinkelt
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mal das Zelt auf und abgebaut
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insgesamt 19 Kronen (NOK) bar bezahlt

Danke

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Tage pure Zufriedenheit
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Prozent Hilfsbereitschaft
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(gefühlte) neue Erfahrungen

Takk

Goggo in Deutschland

Goggo-Touren: Deutschland. Im alten Goggo Coupé durch das Heimatland

Goggo in Deutschland

Sicher hinter dem Deich: Das Titelbild hält die kurze Rast zum Durschnaufen nach heftigem Schauer an einer Vogelbeobachtungshütte nahe Schlüttsiel fest. 

Der Norden von Deutschland rückt näher

Nach einem schmackhaften Frühstück geht es für mich weiter in Richtung Norden. Auf mein nächstes Ziel bin ich ganz besonders gespannt: Eschede. Eschede?

Mit dem Goggo mache ich einen Abstecher an einer kleinen, unscheinbaren Brücke über schnurgerade Bahngleise. Am 3. Juni 1998 verunglückte dort der ICE 884 Wilhelm-Conrad-Röntgen. Obwohl ich damals noch jung war, prägte mich die schreckliche Katastrophe mit 101 Todesopfern. Für mich wäre damals eine Fahrt mit einem ICE etwas ganz besonderes. Mir gingen die damaligen Fernsehbilder mit den im Zickzack aneinandergereihten Zug-Waggons nicht aus dem Kopf.

Heute (und wie vermutlich auch vor der Katastrophe) ist der Ort unscheinbar und ruhig. Lediglich das Denkmal und der kleine Park erinnern an die damaligen Geschehnisse.

Lüneburger Heide

Immer mehr stelle ich für mich fest: Deutschland ist sehenswert. Insbesondere, wenn ich nicht nur wie gewöhnlich über die Autobahnen in den Urlaub im Norden düse. Größtenteils schnurgerade verläuft die Straße durch die Lüneburger Heide. Links und rechts der Straße tauchen immer wieder kleinere Seen oder Tümpel und Parkplätze mit Wandermöglichkeiten auf. Eigentlich ziemlich öde, doch ich bin selbst von mir überrascht: Die Fahrt ist keinesfalls langweilig. Der viele, dichte Wald und die vielen Büsche und Sträucher zeigen das typische Heidebild. Dazu ist für Norddeutschland alles typisch flach und grün.

Mir gefällt die ausgewogene Natur. Das monotone Lärmen des Goggo-Motors und die visuelle Ruhe der Natur sorgen für wenig Ablenkung. Mir gehen dadurch viele Gedanken und Ideen durch den Kopf. Es muss nicht immer die ausgefallen Attraktion sein, um sich glücklich zu fühlen.

Elbe und Eidersperrwerk

Nach meiner kurzen Übernachtung auf dem Campingplatz Krautsand (externer Link), nehme ich am darauffolgenden Morgen die Fähre in Wischhafen und setze nach Glückstadt über. Auch wenn der Campingplatz direkt hinter dem Elbdeich idyllisch lag, war mir das zu touristisch und zu deutsch. Schnell weiter also in Richtung dänischer Grenze. 

Meine Route führt mich hinter großen Deichanlagen nordwärts, über den Nord-Ostsee-Kanal zum Eidersperrwerk (externer Link) bei Eiderstedt. Das beeindruckt mich sehr: Die Flut drückt mit hoher Geschwindigkeit enorme Wassermengen in die Eider landeinwärts. Leider ist mein eigentliches Ziel gerade nicht im Hafen: Die Paul Neisse der 10,1m-Klasse externe Link, DGzRS) der DGzRS. Wie ich später erfahre, ist sie gerade zu Besuch auf der Nachbarstation in Büsum.

Goggo in Nordfriesland

Das Wetter verschlechtert sich und dunkle Regenwolken ziehen auf. Dennoch laufe ich über den Deich in Richtung Leuchtturm Westerhever. Die Landschaft ist topfeben. Sie wirkt unendlich. Außer saftiges Grün der Deiche, weites Watt und viele Schafe gibt es nichts zu sehen. Die Straßen gefallen mir dagegen umso besser: Schön, kurvig und meist nicht breit ausgebaut. Genau die richtige Straßenromantik für meine Fahrt mit dem Goggo Coupé. Das macht mir unglaublich viel Spaß und ich bin in diesem Moment absolut zufrieden.

Was mir währenddessen aber nicht aus den Gedanken geht, ist das zunehmend wechselhaftere Wetter. Bei Husum erwischt mich ein kurzer, aber heftiger Schauer. Schlagartig gießt es aus allen „Kübeln“. Am Abend stelle ich entsetzt fest, dass der Boden unter dem Fahrersitz voll Wasser steht. Woher das Wasser kam (Unterboden, Radkasten oder von oben) ist mir bisher ein Rätsel. Meine Sorgenfalten nehmen langsam zu. Norddeutschland bleibt mir daher ganz „gut“ in Erinnerung. Umso erleichtert bin ich, als ich auf den letzten Kilometern des Tages die Küste Dänemarks wieder mit Sonnenschein genießen kann.

GO250. Goggo-Leidenschaft für einen ganz besonderen Oldtimer

» Deutschland im Goggo aus einem anderen Augenwinkel entdeckt «

Los geht’s

Goggo-Touren: Ausrüstung in Goggo verstauen

Los geht's

Letzte Vorbereitungen

Bevor es heißt Los geht’s muss das kleine Goggo Coupé noch beladen werden. Die Ausrüstung ist schnell verstaut. Die wichtigsten Werkzeuge, Ersatzreifen und Zweitaktöl sind eingepackt. Dazu gesellt sich ein Berg an (Kamera-) Technik, Kleidung und letztlich auch etwas Essen. Alles, was man eben benötigt, um einige Tage oder Wochen mit einem Oldtimer auf Tour zu gehen. Das Packen im Schnelldurchlauf (YouTube, Zeitraffer-Video). Die letzten Vorbereitungen sind abgeschlossen

Los geht's im Goggo Coupé gen Norden

Am 31. Juli, morgens um 09.00 Uhr geht es los. Das Wetter ist angenehm und sonnig. Zündung an. Der Motor läuft sofort und ruhig. Es riecht nach Benzin und Zweitaktöl. Von Mosbach führen die ersten Kilometer raus nach Norden über Buchen, Walldürn und Wertheim. Bald liegt der erste, dann die ersten zehn und später hundert Kilometer zurück.

Mit dem Goggo Coupé durch Deutschland. Eine ganz besondere Oldtimer-Reise
Mit dem Goggo Coupé durch Deutschland. Eine ganz besondere Oldtimer-Reise

Reichsautobahn, Benzinschlauch & Donut

In Gräfendorf stoße ich auf ein Relikt aus dem zweiten Weltkrieg: Ein Brückenpfeiler der Strecke 46 (Wiki, externer Link), eine unvollendete Reichsautobahn parallel zur heutigen A7.

Im Laufe des Tages riecht es immer stärker und beißender nach Benzin. Während einer Pause fällt mir auf, dass der Motor tropft. Vorerst nichts Ungewöhnliches. Doch als der Motor bereits nach 148 Kilometern ruckelt und nach den Reservelitern verlangt, werde ich stutzig. Der Benzinschlauch ist nicht dicht. Eine kleine Werkstatt unterwegs hat bereits geschlossen (um 14.30 Uhr). ATU hat keinen passenden Durchmesser. Letztlich ist es bereits kurz vor 17.00 Uhr. Durch Zufall entdecke ich bei der Vorbeifahrt in Nazza eine kleine Hinterhofwerkstatt: KFZ-Meisterwerkstatt Tobias Stephan. Die scheint mir sympathisch. Der Meister hilft mir kurzerhand in seinem beginnenden Feierabend, misst den Durchmesser und schneidet mir ein passendes Schlauchstück ab. Klasse Service, unentgeltlich. Nochmals vielen Dank für die unkomplizierte Unterstützung.

Die weitere Fahrt verläuft problemlos. Der Benzinschlauch hält dicht. Kurz nachdem ich die Kali-Abraumhalde in Bischofferode (Wiki, externer Link) bestaunt habe, sprechen mich zwei Frauen mittleren Alters an: MOS GO 250 – das ist ein Goggomobil. Sind Sie aus Mosbach? Das Leben schreibt Geschichten: Eine der beiden stammt aus Aglasterhausen (Wiki, externer Link), keine zehn Kilometer von meiner Heimat Mosbach entfernt. Zum Abschied schenken Sie mir einen Donut. Ich bin angetan von der Offenheit und Freundlichkeit. Danke.

Ungewissheit

Wie lange die Tour tatsächlich geht, ist offen. Ungewiss, ob die Technik über 1.000 Kilometer durchhält. Vielleicht bleibt das Coupé bereits in den ersten Tagen liegen? Die Ungewissheit ist einerseits belastend, andererseits eine Herausforderung. Letztendlich trägt sie zum Abenteuer bei, weil man selbst geringen Einfluss darauf hat. Das ist in unserer modernen Zeit unüblich, haben wir doch mittlerweile vieles in den eigenen Händen bzw. sind es gewohnt, überall Einfluss zu nehmen.

362 Kilometer sind absolviert. Viele neue Eindrücke schwirren im Kopf, als ich müde und glücklich ins Bett falle.

GO250. Goggo-Leidenschaft für einen ganz besonderen Oldtimer

» Ein langersehnter, ereignisreicher erster Tag «

Lackierung

Lackierung meines Goggomobil Coupés

Lackierung

Die Lackierung der Karosserie

Die Lackierung des kleinen Goggos ist für mich ein symbolischer Abschluss. Nach der abenteuerlichen Motorüberholung und dem Austauschmotor, folgt somit die (visuell) deutlichste Erneuerung. Darauf habe ich mich auch am meisten gefreut, weil die Veränderungen direkt sichtbar sind.

Karosserie vorbereiten

Zu Beginn entferne ich sämtliche Anbauteile, die nicht lackiert werden. Im Zuge dessen verhelfe ich den zahlreichen Chrom- und Zierteilen zu neuem Glanz. Mit etwas Chromglanz poliert sind diese nicht neu, allerdings lassen sich damit oberflächliche Flecken, leichter Flugrost und Verschmutzungen entfernen. Anschließend steht ein „nacktes“ Coupé vor mir. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit erst so richtig.

Alle Anbau- und Zierteile werden entfernt, gereinigt, poliert und aufbereitet
Alle Anbau- und Zierteile werden entfernt, gereinigt, poliert und aufbereitet

Schleifen und spachteln

Im Laufe der Zeit sind mir viele kleine Beulen und Risse aufgefallen. Zudem wurde mir während der technischen Überholung zunehmend klarer, dass der untere Teil der Karosserie mit Hilfe umfangreicher Spachtelkünste zusammengehalten wird. Beim Schleifen der Blasen im Lack zeigt sich das ganze Ausmaß. Unter der teils zentimeterdicken Spachtelmasse kommen Metallfetzen und Rost hervor. Doch auch das bringt mich bei diesem Auto nicht mehr aus der Ruhe. Nach einigen Samstagen ist der alte Lack vollständig angeschliffen.

Geschliffen habe ich übrigens mit meiner Neuanschaffung: Exzenterschleifer von Festool (extern) mit original Schleifscheiben. Nicht ganz preiswert, aber eine klasse Qualität. Gutes Werkzeug hat seinen Preis. Durch die integrierte Absaugung hält sich der Staub im Rahmen.

Viel Mühe und Fleiß für die Vorbereitung: Goggo Coupé ganz nackt vor der Grundierung bzw. Lackierung
Viel Mühe und Fleiß für die Vorbereitung: Goggo Coupé ganz nackt vor der Grundierung bzw. Lackierung

Karosserie ausbessern

Die alte Lackierung muss nicht generell vollständig abgetragen werden. Gravierende Roststellen schleife ich bis auf das blanke Blech herunter. Nur so lässt sich sicherstellen, dass der Rost an dieser Stelle nicht weiter voranschreitet. Einzige Ausnahme sind die beiden Schweller. Diese bestehen teils nur noch aus Metallfetzen, die gründlich gereinigt und mit Rostumwandler (Meine Empfehlung: Fertan) versehen werden. Abschließend erfolgt die Versiegelung mit Polyesterharz, in Kombination mit Härter und entsprechenden Glasfasermatten (GfK). Die Verarbeitung ist einfach, muss jedoch innerhalb weniger Minuten durchgeführt werden. Sobald das Harz mit dem Härter vermischt ist, beginnt die chemische Reaktion. Nach knapp einer Stunde ist die Stelle ausgehärtet und schleifbar. Damit werden alle tieferen Beulen ausgefüllt und ausgefransten Metallstellen verstärkt. Darüber hinaus schließe ich damit das Loch des Antennenstabs und verstärke die ausgebrochenen Löcher der Stoßstangenaufnahme.

Finales Spachteln

Abschließend werden kleinere Unebenheiten, Riefen oder Beulen gespachtelt und nach Aushärtung geschliffen. Eine aufwändige Arbeit, die aber Spaß macht, da sich das Ergebnis sehen lassen kann. Nachdem der Füller aufgetragen ist, lässt sich die Oberfläche nochmals final prüfen. Ist alles glatt und zufriedenstellend verschliffen, kann mit der Grundierung und dem Lackaufbau begonnen werden. Dabei mache ich mir nichts vor: Das Auto hat einige Reparaturen auf dem Buckel. Folglich wird es auch keine perfekte Karosserie haben – etwas Patina bleibt damit erhalten.

Lackierung

Im Hinblick auf die altersschwache Karosserie entscheide ich mich für eine semi-professionelle Lackierung mittels 2K-Spraydosen. Als Lackierkabine dient die alte Garage, vollends ausgekleidet mit Malerfolie. Ich selbst trage beim Lackauftrag einen Maleranzug, Schutzbrille und Atemmaske – nicht ideal, für diese einmalige Aktion muss es ausreichen.

Der bunte Flickenteppich und die vielen verschiedenen Lackschichten des Goggos verschwinden schnell unter der ersten Grundierungsschicht: Ich vertraue dabei auf SprayMAX 2K Rapid Grundierfüller (externer Link). Für das gesamte Fahrzeug und weitere Kleinteile, wie Lenkrad und Benzinhahn, benötige ich insgesamt neun 400ml-Spraydosen (Grundierung), elf für die Wagenfarbe (rot) und drei für das Dach (weiß). Anhand des RAL-Farbfächers fällt die Wahl auf RAL 3020 Verkehrsrot bzw. 9001 Cremeweiß von 123Lack.de (externer Link). Zugegeben, mehr als die Hälfte davon hängt in meiner provisorischen „Lackierkabine“ bzw. am Boden. Das Zwischenergebnis ist überraschend positiv. Nur wenige Nachbesserungen und kleinere Schleifarbeiten mit 600er Körnung sind nach dem ersten Durchgang notwendig. Schlussendlich folgt die Abschlusslackierung.

Lackierergebnis

Schnell sind alle Klebestreifen, Folien und Abdeckungen entfernt. Nun steht das kleine Goggo Coupé in strahlenden Farben vor mir. Die Entscheidung für halbglänzend war richtig, weil es gut zur Patina des Kleinwagens passt. Natürlich kann die Lackierung nicht mit einer professionellen Umsetzung mithalten. Aber das muss sie auch gar nicht. Zum Abschluss folgt der Zusammenbau. Sämtliche zwischenzeitlich mit Chromglanz gereinigte Chromteile, die Stoßstangen, Zierleisten und Schriftzüge sorgen für die Details. Auch die Leuchten und Lichter sind schnell eingesetzt. Nun sind endlich auch die roten Innenabdeckungen der Radzierblenden in Wagenfarbe. Schlussendlich folgt der Wiedereinbau des weißen Lenkrads, der Heckklappe und der Türen. Letzteres erfordert Geduld und etwas Geschick – sowohl der Einbau, wie auch das korrekte Justieren.

Goggo Coupé nach dem ersten Lackiergang in der improvisierten Planen-Lackierkabine in der Garage
Goggo Coupé nach dem ersten Lackiergang in der improvisierten Planen-Lackierkabine in der Garage

Schicke Lackierung: Goggo in rot und weiß

Und dann steht er vor mir: Mein Goggomobil Coupé in rot und mit weißem Dach. Fertig zusammengebaut und optisch (beinahe) wie neu. Ein schöner Anblick, auf den ich lange hingearbeitet hatte. Damit kann es endlich auf abenteuerliche Goggo-Reisen gehen.

Am Rande bemerkt: Mitte Juli sind alle technischen Hürden und Hindernisse genommen und das Coupé besteht ohne Mängel die Haupt- und Abgasuntersuchung seitens des TÜV. Die abschließenden Vorbereitungen für die Skandinavien-Reise im Oldtimer können beginnen.

Lackierergebnis: Goggo mit klassischer Lackierung. Rote Karosse mit weißem Dach
Lackierergebnis: Goggo mit klassischer Lackierung. Rote Karosse mit weißem Dach
GO250. Goggo-Leidenschaft für einen ganz besonderen Oldtimer

» Lange ersehnt: Das Goggo Coupé mit neuer Lackierung «

Radialreifen

Radialreifen statt Diagonalreifen

Radialreifen statt Diagonalreifen

Reifenwechsel: Radialreifen statt Diagonalreifen

Mit dem erneuerten Austauschmotor zieht das kleine Goggo Coupé mittlerweile wieder kraftvoll seine Runden. Allerdings ist die Standardbereifung mit 4.40/10-Diagonalreifen alles andere als ideal. Die Folge ist ein schwammiges und unsicheres Fahrverhalten. Mit solchen Schubkarren-Reifen macht das Fahren wenig Spaß. Abgesehen davon kosten die Originalreifen mehr als herkömmliche 10-Zoll-Reifen. Infolgedessen besorgen wir moderne Radialreifen (externer Link), die beim Coupé ohne jegliche Anpassungen der Radkästen bzw. des Lenkanschlags montiert werden können.

Neue Stoßdämpfer für das Goggo Coupé

Seit Längerem grübeln wir über die bisherigen Stoßdämpfer. Insbesondere an der Hinterachse mit der Motorlast hängt das Coupé etwas einseitig. Zudem scheint ein Stoßdämpfer nicht mehr korrekt zu dämpfen. Schließlich stellt Christian die Frage: Tauschen? Die hinteren beiden oder gleich alle zusammen? Ich entscheide mich für Letzteres. Der Schmerz (Kosten) sitzt tief. Allerdings sollten sich damit die Fahrwerksinvestitionen für die nächsten Jahre geklärt haben. Am späten Vormittag haben wir die Bereifung und Stoßdämpfer getauscht. Der linke, hintere Radkasten scheint vor Jahren mit viel Liebe und Spachtelmasse bearbeitet worden zu sein. Da der neue Reifen bedrohlich nahe an den Karosseriefalz kommt, bearbeiten wir den inneren Rand des Radlaufs sicherheitshalber mit der Flex. Danach passt alles, der Radlauf ist sauber und in Ordnung. Wir starten zu einer ersten Testrunde mit den neuen Stoßdämpfern und Radialreifen statt Diagonalreifen.

Eintragung der Radialreifen

Abschließend ist die technische Abnahme der geänderten Reifengröße durch den TÜV in Mosbach (externer Link) erforderlich. Nach telefonischer Rücksprache und Terminvereinbarung fahre ich früh morgens beim TÜV vor. Der Sachverständige ist zuvorkommend und freundlich. Nach kurzer Begutachtung folgt die formale Bestätigung. Mit diesem Schreiben geht es direkt nebenan zur Zulassungsstelle. Schlussendlich bin ich bis 09.00 Uhr knapp 80,00 Euro los und habe als Gegenleistung einen Zusatz in Zeile 22 in meinem Fahrzeugschein: zu 15.1/2: auch gen.145/80R10 52L  OD. 145R10 52L A. FELGE 3.50X10***

Abschließend ist die technische Abnahme der geänderten Reifengröße durch den TÜV in Mosbach (externer Link) erforderlich. Nach telefonischer Rücksprache und Terminvereinbarung fahre ich früh morgens beim TÜV vor. Der Sachverständige ist zuvorkommend und freundlich. Nach kurzer Begutachtung folgt die formale Bestätigung. Mit diesem Schreiben geht es direkt nebenan zur Zulassungsstelle. Schlussendlich bin ich bis 09.00 Uhr knapp 80,00 Euro los und habe als Gegenleistung einen Zusatz in Zeile 22 in meinem Fahrzeugschein.

 Zusatz im Fahrzeugschein

zu 15.1/2: auch gen.145/80R10 52L  OD. 145R10 52L A. FELGE 3.50X10***

"Neue" Radzierblende noch vor der Aufbereitung und Lackierung. Die bisherige liegt wohl irgendwo im Straßengraben
"Neue" Radzierblende noch vor der Aufbereitung und Lackierung. Die bisherige liegt wohl irgendwo im Straßengraben

Wo ist meine Radzierblende hin?

Beim Zwischenstopp auf unserer ersten Testrunde fällt auf, dass die linke hintere Radzierblende fehlt. Das darf doch nicht wahr sein. Da das Gras am Straßenrand noch überschaubar kurz ist, fahren wir am nächsten Tag die wenigen Kilometer von Fahrenbach nach Reichenbuch mit dem Fahrrad ab. Trotz intensivem Suchen finden wir die Radkappe nicht mehr, sie bleibt verschwunden. Auch wenn Christian noch Ersatz hat, ärgere ich mich über die unnötige Aktion.

Als Trost geht es am Sonntag schließlich mit neuen Reifen und Fahrwerk, einer verbesserten Straßenlage und nur drei Radkappen auf die erste Tour, zur Saisoneröffnung 2018.

GO250. Goggo-Leidenschaft für einen ganz besonderen Oldtimer

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