Geburtstag

Unser Goggo Coupé hat Geburtstag: 50 Jahre

Geburtstag

Unser Goggo feiert Geburtstag

Auf der Oldtimer-Reise durch Skandinavien im Sommer werden häufig die üblichen Fragen gestellt: Welcher HerstellerWie viel Leistung? Und immer wieder auch, wie alt? Während dieser Unterhaltungen stellen wir beiläufig fest: Unser Goggo Coupé hat dieses Jahr runden Geburtstag und wird ein stattliches, halbes Jahrhundert alt. Das kleine Goggomobil ist somit ein waschechter Oldtimer.

1969 - 2019

50 Jahre

Goggo Coupé: Produktion ab 1957

1954 stellt die Hans Glas GmbH in Dingolfing, in Bayern, das erste Goggomobil vor. Eine Alternative zu einem Motorrad, mit dem Luxus ein Dach über dem Kopf zu haben. Erst drei Jahre (1957) später folgt die „sportliche“ Coupé-Version. Das Coupé hat bei identischem 250ccm-Motor, minimal optimierte Übersetzung und eine elegantere Karosserie und Linienführung. Zudem ist die Sportvariante als Zweisitzer mit Miniatur-Rückbank konzipiert. Das Coupé trägt den Zusatz „TS“ für Touring Sport.

Eines der letzten produzierten Exemplare

Als unser heutiges Goggomobil Coupé-Exemplar 1969 als eines der letzten Exemplare die Produktion verlässt, gilt es noch immer als ein kleines, aber sportliches Fahrzeug. Zum Ende der Produktion kostet ein Goggo Coupé ca. 4.000 DM. Besonderheiten wie eine einfache Technik, wenig Hubraum und die große Panorama-Heckscheibe machen den Kleinen schon damals zu einem Hingucker in jeder Hof-Einfahrt.

Oldtimer mit Charme

Für mich persönlich ist ein Goggomobil Coupé optisch ein Bilderbuch-Oldtimer. Warum? Der Oldie ist klein, kompakt, hat klassische, runde Front- und flossenartige Rückleuchten, eine schnittige Karosserieform und weiche, sanfte Linien. Dazu die Zierleisten und verchromten Stoßstangen. So, wie man sich als Kind bildlich einen Oldtimer vorstellte.

Goggo-Bekanntheit

Auf unseren Ausfahrten im kleinen Oldtimer fällt uns immer wieder auf, dass viele (Ältere) sofort das Goggomobil erkennen. Dabei werden Erinnerungen an die zurückliegenden Zeiten geweckt. Und häufig wird erzählt, wie besonders damals ein Goggomobil Coupé war. Dann staunen wir selbst, welche (schwierigen) Zeiten die damalige Generation miterleben musste – viele Dinge, die für uns mittlerweile selbstverständlich und alltäglich sind.

Pech im Jubiläumsjahr

Leider endet das Jubiläumsjahr abrupt auf der Skandinavien-Tour mit einem Motorschaden in Norwegen. Die Heimreise von Norwegen ist vorzeitig und stimmt mich vorerst traurig. Auch wenn ich anfangs deprimiert bin, Trübsal hilft nicht. Mit viel Unterstützung sind die Schäden durch das Loch im Kolben bald wieder behoben. Letztlich Glück im Unglück. Immerhin hat mich der Oldtimer im Jahr seines 50. Geburtstags bis nördlich des Polarkreises gebracht. Eine enorme Leistung und ein einzigartiges Abenteuer.

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Loch im Kolben

Loch im Kolben beim Goggo Coupé

Loch im Kolben

Loch im Kolben auf Oldtimer-Reise

Die Skandinavien-Reise im Oldtimer endete abrupt und frühzeitig im norwegischen Oppdal (Wiki, externer Link). Glücklicherweise trat der Motorschaden am Goggo Coupé auf der Rückreise nach Süden auf. Dennoch ärgerlich. Im ersten Moment bin ich aufgewühlt. Anschließend niedergeschlagen und letztlich enttäuscht. Wie so oft im Leben, ist man in diesen Momenten froh, wenn man Unterstützung und freundschaftliche Hilfe erfährt. Sowohl die Kollegen des norwegischen Abschleppdienstes sind bemüht, als auch die zahlreichen telefonischen Ansprechpartner beim ADAC in Deutschland. Schlussendlich konnte meine Rückreise via Oslo innerhalb eines Tages organisiert werden. Der ADAC sorgte dank der PLUS-Mitgliedschaft (externer Link) in den darauffolgenden Tagen für den Rücktransport des Goggomobils via LKW. Nochmals ein Dank an den ADAC.

Reparatur dank Goggo-Erfahrung

Der Ausbau des Goggo-Motors ist schnell erledigt. Um den Motor kümmert sich hingegen Christian Fuß (Instagram, externer Link). Seine Oldtimer- und insbesondere Goggo-Erfahrung hat mir schon einige Male Sorgen erspart. Er zerlegt und prüft den kleinen Motor komplett. Der Kolben und die Zylinderwand weisen tiefe Riefen auf. Zudem fehlen Teile eines Kolbenrings. Dies deutet auf große Hitze und einen Kolbenfresser (Wiki, externer Link) hin. Durch die Ausdehnung des Materials und die dabei fehlende Schmierung hing der Kolben zumindest kurzzeitig fest. Das Loch im Kolben entstand dann in Folge einer zu frühen Zündung. Glück im Unglück: Alle weiteren Motorteile und insbesondere die Kurbelwelle haben keine erkennbaren Schäden davongetragen.

Passende Goggo-Ersatzteile

Zur Reparatur des Schadens benötige ich neue Kolben bzw. Zylinder, sowie einige Dichtungen und Lager. Letztere sind durch Metallabrieb beschädigt bzw. stark zugesetzt. Christian kramt in seinem Ersatzteillager und wird in Form von fast neuen Kolben & Zylindern fündig. Erneut ein Glücksgriff. Alle weiteren Teile bestellen wir bei Uwe Staufenberg (externer Link). Nach zwei Wochen ist der Motor wieder einsatzbereit. Dank Christians Erfahrung und Unterstützung ist der Motor wieder (fast) wie neu. Ein großes Dankeschön an Christian!

Loch im Kolben repariert. Goggo-Motor mit neuen Zylindern und Kolben
Loch im Kolben repariert. Goggo-Motor mit neuen Zylindern und Kolben

Wiedereinbau des reparierten Goggo-Motors

Zurück in der Garage mache ich mich an den Einbau des kleinen, 250 ccm schwachen Motors. Abschließend folgt der für mich kniffeligste Teil: Das Zusammenfügen der Anbtriebsachse mit den Kreuzgelenken und den Antriebsklauen. Auch das klappt problemlos.

Regler und Zündanlage

Wie genau das Loch im Kolben bzw. der Kolbenfresser entstand, ist nicht eindeutig rekonstruierbar. Vieles weist auf eine fehlerhafte Zündanlage und falsche Zündzeitpunkte hin. Bereits in Südnorwegen verschlissen die Kohlebürsten zu stark. Folglich prüfen wir nun die Zündanlage akribisch und entscheiden uns letztlich für einen Austausch. zurück auf die kontaktlose Zündung mit Hallsensoren und Geber. Den mechanischen Regler von Bosch lasse ich zwischenzeitlich in Lindlar bei Electronic-Data-Kleiber (externer Link) auf einen elektrischen Regler umbauen.

Persönliches Fazit

Aus Fehlern soll man Lernen. Schlussendlich zeigt sich, dass die Skandinavien-Reise im Oldtimer glücklich verlief. Der Motorschaden hätte auch deutlich früher auftreten können. Wieder einmal hat Naivität und Unwissenheit teures Lehrgeld gekostet. Anfangs war ich frustriert. Doch dank der herzlichen Unterstützung und mit etwas Abstand überwiegen die vielen, erlebten Eindrücke der Reise nach und durch Skandinavien. Unbezahlbar

Zudem schwirren uns bereits die nächsten Goggo-Tour-Ideen durch den Kopf. Unsere Goggo-Begeisterung ist nach wie vor ungebrochen.

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Goggo-Begeisterung

Begeisterung für das Glas Goggo Coupé

Goggo-Begeisterung

Wie kommt man zur Goggo-Begeisterung?

Vor einigen Jahren reifte in mir der Entschluss, einen Oldtimer zu kaufen. Schnell war klar und die Entscheidung getroffen, dass es ein Goggomobil Coupé sein soll. Ich hatte das Fahrzeug noch nie zuvor live gesehen und war dennoch begeistert davon. Schließlich ist das Fahrzeug mit Zweitakttechnik sehr klein, laut, unsicher und nicht gerade entspannt zu fahren. Woher kommt folglich diese Goggo-Begeisterung?

Ein Blick in die Vergangenheit

Unser Großvater (Opa Ewald) hatte gerne und stolz von seinen Autos geschwärmt. Mit wenig Geld wurde erstaunliches erreicht bzw. gekauft. Volkswagen Käfer, Audi 80, Passat oder Golf Plus. Und mitunter in den späten Fünfzigern eben auch eine Goggomobil Limousine. Davon erzählte er besonders gern: Mit dem Goggo sind wir zu viert (!) in den Schwarzwald gefahren. Trotz Einfachheit der Technik musste sein Goggomobil früher oder später einem komfortableren Fahrzeug weichen. Doch die Goggo-Begeisterung blieb bestehen. Und noch bis vor einigen Jahren lagerten zwei alte Goggo-Reifen in Opas Garage.

Goggo-Begeisterung vererbt. Opa fährt gedanklich immer mit.
Goggo-Begeisterung vererbt. Opa fährt gedanklich immer mit.

Klasse, ein Goggo!

Auch wenn Opa Ewald vor einigen Jahren gestorben ist, so hat er seine Goggo-Begeisterung weitergegeben. Noch zu seinen Lebzeiten hatte ich mein Coupé gekauft. Ein einziges Mal hat er es gesehen und freudig gestrahlt: „Oh, ein Goggo!“ Er war begeistert von dem „sportlichen“ Flitzer: “  Eine Sportversion (Coupé) – das hatte damals im Dorf nur einer, ein Bekannter.“ Heutzutage hingegen wird man im kleinen Coupé lediglich mit einem Schmunzeln belächelt – Sportversion hin oder her. Wie sich die Zeiten ändern. Eine gemeinsame Runde in meinem Goggo Coupé konnte ich mit Opa allerdings nicht mehr drehen. Das bleibt ein unerfüllter Wunsch.

In Erinnerung bleiben

Auch wenn sich die Zeit weiterdreht, immer kurzfristiger neue Fahrzeug-Innovationen auf dem Markt erscheinen und die Automobilbranche viel Geld investiert. Die Goggo-Begeisterung von Opa fährt im kleinen Coupé weiterhin mit. Und damit auch eine kleine Erinnerung an schlichtere Zeiten. Als man wenig hatte, aber damit umso zufriedener war.

Weitere, allgemeine Infos zum Goggomobil auf Wikipedia (externer Link).

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Lackierung

Lackierung meines Goggomobil Coupés

Lackierung

Die Lackierung der Karosserie

Die Lackierung des kleinen Goggos ist für mich ein symbolischer Abschluss. Nach der abenteuerlichen Motorüberholung und dem Austauschmotor, folgt somit die (visuell) deutlichste Erneuerung. Darauf habe ich mich auch am meisten gefreut, weil die Veränderungen direkt sichtbar sind.

Karosserie vorbereiten

Zu Beginn entferne ich sämtliche Anbauteile, die nicht lackiert werden. Im Zuge dessen verhelfe ich den zahlreichen Chrom- und Zierteilen zu neuem Glanz. Mit etwas Chromglanz poliert sind diese nicht neu, allerdings lassen sich damit oberflächliche Flecken, leichter Flugrost und Verschmutzungen entfernen. Anschließend steht ein „nacktes“ Coupé vor mir. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit erst so richtig.

Alle Anbau- und Zierteile werden entfernt, gereinigt, poliert und aufbereitet
Alle Anbau- und Zierteile werden entfernt, gereinigt, poliert und aufbereitet

Schleifen und spachteln

Im Laufe der Zeit sind mir viele kleine Beulen und Risse aufgefallen. Zudem wurde mir während der technischen Überholung zunehmend klarer, dass der untere Teil der Karosserie mit Hilfe umfangreicher Spachtelkünste zusammengehalten wird. Beim Schleifen der Blasen im Lack zeigt sich das ganze Ausmaß. Unter der teils zentimeterdicken Spachtelmasse kommen Metallfetzen und Rost hervor. Doch auch das bringt mich bei diesem Auto nicht mehr aus der Ruhe. Nach einigen Samstagen ist der alte Lack vollständig angeschliffen.

Geschliffen habe ich übrigens mit meiner Neuanschaffung: Exzenterschleifer von Festool (extern) mit original Schleifscheiben. Nicht ganz preiswert, aber eine klasse Qualität. Gutes Werkzeug hat seinen Preis. Durch die integrierte Absaugung hält sich der Staub im Rahmen.

Viel Mühe und Fleiß für die Vorbereitung: Goggo Coupé ganz nackt vor der Grundierung bzw. Lackierung
Viel Mühe und Fleiß für die Vorbereitung: Goggo Coupé ganz nackt vor der Grundierung bzw. Lackierung

Karosserie ausbessern

Die alte Lackierung muss nicht generell vollständig abgetragen werden. Gravierende Roststellen schleife ich bis auf das blanke Blech herunter. Nur so lässt sich sicherstellen, dass der Rost an dieser Stelle nicht weiter voranschreitet. Einzige Ausnahme sind die beiden Schweller. Diese bestehen teils nur noch aus Metallfetzen, die gründlich gereinigt und mit Rostumwandler (Meine Empfehlung: Fertan) versehen werden. Abschließend erfolgt die Versiegelung mit Polyesterharz, in Kombination mit Härter und entsprechenden Glasfasermatten (GfK). Die Verarbeitung ist einfach, muss jedoch innerhalb weniger Minuten durchgeführt werden. Sobald das Harz mit dem Härter vermischt ist, beginnt die chemische Reaktion. Nach knapp einer Stunde ist die Stelle ausgehärtet und schleifbar. Damit werden alle tieferen Beulen ausgefüllt und ausgefransten Metallstellen verstärkt. Darüber hinaus schließe ich damit das Loch des Antennenstabs und verstärke die ausgebrochenen Löcher der Stoßstangenaufnahme.

Finales Spachteln

Abschließend werden kleinere Unebenheiten, Riefen oder Beulen gespachtelt und nach Aushärtung geschliffen. Eine aufwändige Arbeit, die aber Spaß macht, da sich das Ergebnis sehen lassen kann. Nachdem der Füller aufgetragen ist, lässt sich die Oberfläche nochmals final prüfen. Ist alles glatt und zufriedenstellend verschliffen, kann mit der Grundierung und dem Lackaufbau begonnen werden. Dabei mache ich mir nichts vor: Das Auto hat einige Reparaturen auf dem Buckel. Folglich wird es auch keine perfekte Karosserie haben – etwas Patina bleibt damit erhalten.

Lackierung

Im Hinblick auf die altersschwache Karosserie entscheide ich mich für eine semi-professionelle Lackierung mittels 2K-Spraydosen. Als Lackierkabine dient die alte Garage, vollends ausgekleidet mit Malerfolie. Ich selbst trage beim Lackauftrag einen Maleranzug, Schutzbrille und Atemmaske – nicht ideal, für diese einmalige Aktion muss es ausreichen.

Der bunte Flickenteppich und die vielen verschiedenen Lackschichten des Goggos verschwinden schnell unter der ersten Grundierungsschicht: Ich vertraue dabei auf SprayMAX 2K Rapid Grundierfüller (externer Link). Für das gesamte Fahrzeug und weitere Kleinteile, wie Lenkrad und Benzinhahn, benötige ich insgesamt neun 400ml-Spraydosen (Grundierung), elf für die Wagenfarbe (rot) und drei für das Dach (weiß). Anhand des RAL-Farbfächers fällt die Wahl auf RAL 3020 Verkehrsrot bzw. 9001 Cremeweiß von 123Lack.de (externer Link). Zugegeben, mehr als die Hälfte davon hängt in meiner provisorischen „Lackierkabine“ bzw. am Boden. Das Zwischenergebnis ist überraschend positiv. Nur wenige Nachbesserungen und kleinere Schleifarbeiten mit 600er Körnung sind nach dem ersten Durchgang notwendig. Schlussendlich folgt die Abschlusslackierung.

Lackierergebnis

Schnell sind alle Klebestreifen, Folien und Abdeckungen entfernt. Nun steht das kleine Goggo Coupé in strahlenden Farben vor mir. Die Entscheidung für halbglänzend war richtig, weil es gut zur Patina des Kleinwagens passt. Natürlich kann die Lackierung nicht mit einer professionellen Umsetzung mithalten. Aber das muss sie auch gar nicht. Zum Abschluss folgt der Zusammenbau. Sämtliche zwischenzeitlich mit Chromglanz gereinigte Chromteile, die Stoßstangen, Zierleisten und Schriftzüge sorgen für die Details. Auch die Leuchten und Lichter sind schnell eingesetzt. Nun sind endlich auch die roten Innenabdeckungen der Radzierblenden in Wagenfarbe. Schlussendlich folgt der Wiedereinbau des weißen Lenkrads, der Heckklappe und der Türen. Letzteres erfordert Geduld und etwas Geschick – sowohl der Einbau, wie auch das korrekte Justieren.

Goggo Coupé nach dem ersten Lackiergang in der improvisierten Planen-Lackierkabine in der Garage
Goggo Coupé nach dem ersten Lackiergang in der improvisierten Planen-Lackierkabine in der Garage

Schicke Lackierung: Goggo in rot und weiß

Und dann steht er vor mir: Mein Goggomobil Coupé in rot und mit weißem Dach. Fertig zusammengebaut und optisch (beinahe) wie neu. Ein schöner Anblick, auf den ich lange hingearbeitet hatte. Damit kann es endlich auf abenteuerliche Goggo-Reisen gehen.

Am Rande bemerkt: Mitte Juli sind alle technischen Hürden und Hindernisse genommen und das Coupé besteht ohne Mängel die Haupt- und Abgasuntersuchung seitens des TÜV. Die abschließenden Vorbereitungen für die Skandinavien-Reise im Oldtimer können beginnen.

Lackierergebnis: Goggo mit klassischer Lackierung. Rote Karosse mit weißem Dach
Lackierergebnis: Goggo mit klassischer Lackierung. Rote Karosse mit weißem Dach
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Radialreifen

Radialreifen statt Diagonalreifen

Radialreifen statt Diagonalreifen

Reifenwechsel: Radialreifen statt Diagonalreifen

Mit dem erneuerten Austauschmotor zieht das kleine Goggo Coupé mittlerweile wieder kraftvoll seine Runden. Allerdings ist die Standardbereifung mit 4.40/10-Diagonalreifen alles andere als ideal. Die Folge ist ein schwammiges und unsicheres Fahrverhalten. Mit solchen Schubkarren-Reifen macht das Fahren wenig Spaß. Abgesehen davon kosten die Originalreifen mehr als herkömmliche 10-Zoll-Reifen. Infolgedessen besorgen wir moderne Radialreifen (externer Link), die beim Coupé ohne jegliche Anpassungen der Radkästen bzw. des Lenkanschlags montiert werden können.

Neue Stoßdämpfer für das Goggo Coupé

Seit Längerem grübeln wir über die bisherigen Stoßdämpfer. Insbesondere an der Hinterachse mit der Motorlast hängt das Coupé etwas einseitig. Zudem scheint ein Stoßdämpfer nicht mehr korrekt zu dämpfen. Schließlich stellt Christian die Frage: Tauschen? Die hinteren beiden oder gleich alle zusammen? Ich entscheide mich für Letzteres. Der Schmerz (Kosten) sitzt tief. Allerdings sollten sich damit die Fahrwerksinvestitionen für die nächsten Jahre geklärt haben. Am späten Vormittag haben wir die Bereifung und Stoßdämpfer getauscht. Der linke, hintere Radkasten scheint vor Jahren mit viel Liebe und Spachtelmasse bearbeitet worden zu sein. Da der neue Reifen bedrohlich nahe an den Karosseriefalz kommt, bearbeiten wir den inneren Rand des Radlaufs sicherheitshalber mit der Flex. Danach passt alles, der Radlauf ist sauber und in Ordnung. Wir starten zu einer ersten Testrunde mit den neuen Stoßdämpfern und Radialreifen statt Diagonalreifen.

Eintragung der Radialreifen

Abschließend ist die technische Abnahme der geänderten Reifengröße durch den TÜV in Mosbach (externer Link) erforderlich. Nach telefonischer Rücksprache und Terminvereinbarung fahre ich früh morgens beim TÜV vor. Der Sachverständige ist zuvorkommend und freundlich. Nach kurzer Begutachtung folgt die formale Bestätigung. Mit diesem Schreiben geht es direkt nebenan zur Zulassungsstelle. Schlussendlich bin ich bis 09.00 Uhr knapp 80,00 Euro los und habe als Gegenleistung einen Zusatz in Zeile 22 in meinem Fahrzeugschein: zu 15.1/2: auch gen.145/80R10 52L  OD. 145R10 52L A. FELGE 3.50X10***

Abschließend ist die technische Abnahme der geänderten Reifengröße durch den TÜV in Mosbach (externer Link) erforderlich. Nach telefonischer Rücksprache und Terminvereinbarung fahre ich früh morgens beim TÜV vor. Der Sachverständige ist zuvorkommend und freundlich. Nach kurzer Begutachtung folgt die formale Bestätigung. Mit diesem Schreiben geht es direkt nebenan zur Zulassungsstelle. Schlussendlich bin ich bis 09.00 Uhr knapp 80,00 Euro los und habe als Gegenleistung einen Zusatz in Zeile 22 in meinem Fahrzeugschein.

 Zusatz im Fahrzeugschein

zu 15.1/2: auch gen.145/80R10 52L  OD. 145R10 52L A. FELGE 3.50X10***

"Neue" Radzierblende noch vor der Aufbereitung und Lackierung. Die bisherige liegt wohl irgendwo im Straßengraben
"Neue" Radzierblende noch vor der Aufbereitung und Lackierung. Die bisherige liegt wohl irgendwo im Straßengraben

Wo ist meine Radzierblende hin?

Beim Zwischenstopp auf unserer ersten Testrunde fällt auf, dass die linke hintere Radzierblende fehlt. Das darf doch nicht wahr sein. Da das Gras am Straßenrand noch überschaubar kurz ist, fahren wir am nächsten Tag die wenigen Kilometer von Fahrenbach nach Reichenbuch mit dem Fahrrad ab. Trotz intensivem Suchen finden wir die Radkappe nicht mehr, sie bleibt verschwunden. Auch wenn Christian noch Ersatz hat, ärgere ich mich über die unnötige Aktion.

Als Trost geht es am Sonntag schließlich mit neuen Reifen und Fahrwerk, einer verbesserten Straßenlage und nur drei Radkappen auf die erste Tour, zur Saisoneröffnung 2018.

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Austauschmotor

Austauschmotor für das Goggo Coupé

Goggo erhält Austauschmotor

Fehlende Erfahrung erfordert Geduld, Zeit und Geld

Zwei Jahre, eine gesamte TÜV-Periode, ist es mittlerweile her, dass wir den Motor ausgebaut, aufgeschraubt, überholt und nie wieder optimal zum Laufen gebracht haben. Wir sind bei der damaligen Motorüberholung davon ausgegangen, dass es ohne Austauschmotor klappt. Nun verliere ich mit der Zeit zunehmend die Geduld und Motivation.

Der Profi im Ruhrgebiet soll’s richten

Anfang Juli bringe ich den Motor ins Ruhrgebiet, zu Goggo Schmidt (externer Link) nach Velbert. Umgehend prüft Herr Schmidt den Motor kritisch und umfangreich. Nicht optimal, hier kein Originalteil, dort ein Fehler und das hat zu viel Spiel. Die Goggo-Erfahrung merkt man seinem scharfsinnigen Auge sofort an. Bei mir Erleichterung und Bauchweh zugleich. Einige Tage später dann die Ernüchterung in ungeahntem Umfang: Kurbelwelle bzw. Pleuellager haben zu viel Spiel und müssen ausgetauscht bzw. instandgesetzt werden. Kostenpunkt alleine hierfür über 500,00 Euro. Darüber hinaus muss der Vergaser wegen zu hohem Verschleiß überholt werden. Schließlich kommen noch verschlissene Kolben bzw. Zylinder, einige Lager und nicht zuletzt das altbekannte Rückwärtsgangrad hinzu.

Okay. Um Kosten zu sparen bietet Hr. Schmidt an, dass ich die Ersatzteile selbst auftreiben kann. Dabei kam mir nur Christian Fuß in den Sinn. Er hörte sich alles in Ruhe an, schüttelte den Kopf und sagte gelassen: Kann dir die benötigten Teile geben, aber warum nehmen wir nicht einen Austauschmotor von mir und richten diesen gemeinsam? Das spart Geld, Aufwand und du kannst in Kürze wieder Goggo fahren. Letzteres Argument überwiegt. Hand drauf, das ist ein Angebot. Mein bisheriger Motor verbleibt in seinen Einzelteilen in Velbert. Nochmals vielen Dank an Herr Schmidt für die entgegenkommende Unterstützung und den fachlichen Rat.

Schlussstrich unter diese Ära.

Der Austauschmotor als Lösung

Seit einigen Jahren verstaubt der Austauschmotor regungslos als bisher nicht benötigtes Ersatzteillager in der Scheune. Gut geschmiert ist er dennoch. Jetzt soll er endlich wieder laufen und arbeiten dürfen. Auch wenn es natürlich kein komplett neuer Motor ist, so wird es dennoch eine große Bereicherung für das Goggo Coupé.

Am ersten Samstag zerlegen wir den Motor Schritt für Schritt. Beim Ablassen des Getriebeöls fällt uns auf, dass dies ganz klar und sauber ist – der Motor scheint nur wenig damit gelaufen zu sein. Auch die Kolben, die durch die Zylinder-Öffnungen des demontierten Ansaugrohrs erkennbar sind, zeigen keinerlei Gebrauchsspuren. Da auch die Verdichtung gut ist und der Motor ordentlich schmatzt, belassen wir die Zylinder und Kolben auf der oberen Motorschale. Die Kupplung hingegen ist altersbedingt festgeklebt und muss ersetzt werden. Die Übersetzung mit 22:63 Zähnen ist ebenfalls nicht optimal und stammt von der Limousine. Christian wühlt in seinen Beständen und wird nach eifrigem Suchen fündig: 62 Zähne. Das kleine Ritzel mit 23 Zähnen besorgen wir über Fa. H. Butschek, Glasersatzteileladen (externer Link). Nun entspricht die Übersetzung wieder der originalen Coupé-Version.

Außen vielversprechend, innen Chaos?

Beim Trennen der beiden Motorschalen sind wir gespannt: Das Rückwärtsgangrad ist der Klassiker, das bei den meisten, gebrauchten Goggo-Motoren getauscht werden muss und kostspielig ist. Christian ist überrascht: „Wie neu, das gibt es nicht – hast du ein Glück“. Naja, das muss auch mal sein. Nachdem nun der Motor in allen Einzelteilen vor uns liegt, suchen wir die fehlenden Teile zusammen und machen einen Bestandscheck. Alle benötigten Verschleißteile wie Zündkerzen, Dichtungen und Lager bestellen wir bei Uwe Staufenberg (externer Link).

Mit Christians Goggo-Erfahrung scheint dies alles recht einfach. Noch am Vormittag sind alle Teile bestellt und wir können vorerst nicht weitermachen. Im Nachgang säubern wir den Motor mit Bremsenreiniger und bereiten alles für den anstehenden Zusammenbau vor.

Zusammenbau des Motors

Zum darauffolgenden Wochenende sind alle Ersatzteile vorhanden. Am zweiten Samstag geht es folglich mit dem Zusammenbau der gerichteten und gesäuberten Teile sowie der neuen Ersatzteile weiter – Motorschalen zusammen, Dichtungen einsetzen und ganz wichtig (!) das Rückwärtsgangrad korrekt in die Schaltklaue einfädeln. Wir kommen zügig voran und unter Christians Mithilfe sind wir bis zum Mittag mit dem Zusammenbau des Austauschmotors fertig. Bei einer ersten Probedrehung hören wir das satte Schmatzen der Kolben – die Verdichtung scheint gut zu sein. Schlussendlich montieren wir den Vergaser und der neue alte Motor ist komplett.

Der Einfachheit halber nehme ich den Motor mit zum Goggo und baue ihn ein. Die neue Dreipunktfixierung stabilisiert zusätzlich. Das Eindrücken der Kreuzgelenke klappt ebenfalls ohne Schwierigkeiten. Lediglich die Seegeringe (Wiki, externer Link) sind wie immer eine Fummelei. Dass der Einbau so reibungslos läuft, macht mich etwas stutzig. Das bin ich bisher von meinem Coupé nicht gewohnt. Nach dem Einstellen der Zündung und des Vergasers, sowie Einfüllen des Getriebeöls, wagen wir einen ersten Probelauf. Er springt direkt an und läuft ruhig. Er läuft!

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» Nach über einem Jahr Stille – der Motor läuft wieder. Läuft. «

Warum ein Oldtimer?

Warum ein Oldtimer?

Der richtige Oldtimer

Welcher Oldtimer passt zu mir?

Lange habe ich mich sporadisch nach einem kleinen Oldtimer umgeschaut. Darunter die Klassiker Mini, Käfer & Fiat 500. Minis haben viel Rost, Käfer sind der Standard und Fiat 500 sieht man (zu) viele. Durch Zufall komme ich auf einen kleinen Oldtimer: Das Glas Goggomobil. Das nenne ich einen wahren Oldtimer: Klassische Linienform, einfache Zweitakter-Technik und mittlerweile eher selten auf den Straßen unterwegs. Zudem schwärmte mein Großvater mit großer Begeisterung von seiner früheren Goggo Limousine. Die groben Stollenreifen von damals liegen noch heute in der Garage. Daraufhin beobachte ich hin und wieder einige für mich interessante Oldtimer-Angebote.

Mein Oldtimer: Goggomobil Coupé. Die Retro-Aufnahme entstand kurz nach Instandsetzung und Lackierung des Oldtimers im Sommer 2019
Mein Oldtimer: Goggomobil Coupé. Die Retro-Aufnahme entstand kurz nach Instandsetzung und Lackierung des Oldtimers im Sommer 2019

Goggo - eine Herzensangelegenheit

Im Sommer 2014 entschließe ich mich spontan zum Kauf meines Oldtimers: Ein Glas Goggomobil Coupé TS 250. Wie ich erst in den vergangenen Jahren und in vielen Gesprächen nach und nach erfahre, hat das Auto zwar wenig Rost, jedoch gleicht es bei Chassis und Karosserie einem Flickenteppich. Amateurhafte Reparaturen, die üblicherweise nur bei Bedarf und nicht nachhaltig ausgeführt wurden. So what – ich bin nun mal ein absoluter Oldtimer-Laie und muss mit derartigem Negativem rechnen. Trotz der sich sammelnden Überraschungen im Zuge der technischen Instandsetzung haben wir viel Spaß mit dem Coupé. Gelegentlich unternehmen wir einige Goggo-Touren.

Offizielle Definition

Ein Fahrzeug zählt in Deutschland als Oldtimer, wenn es 30 Jahre oder älter ist und sich in einem guten Zustand befindet.

vgl. dazu Oldtimer bei Wikipedia (externer Link) oder die Definition des ADAC (externer Link).

Oldtimer ohne Basis aber mit Patina

In unseren Zeiten des Wohlstands entdeckt man häufig erstklassig restaurierte Oldtimer. Sahnestücke von einst, feinsäuberlich erneuert, als käme das Fahrzeug direkt vom Fließband. Mir fehlt dabei jedoch die Authentizität. Die Patina, die kleinen Makel und Dellen gehören zwangsläufig zu einem Oldtimer. Das liebe ich an meinem Glas Goggomobil Coupé TS 250. Zugegeben, ist das eine persönliche Ansichtssache. Und bei mir auch bedingt durch die begrenzten zeitlichen und finanziellen Mittel. Wer weiß, vielleicht bekommt der Kleine in der Zukunft doch mal eine Komplettrestaurierung ab. Dann fehlt ihm ebenfalls die besondere Patina.

Fokus auf technische Instandsetzung

51.702 Gesamtkilometer zeigt der Tacho. Das ist eine ganze Menge für den kleinen Flitzer. Ungewiss jedoch, welche Teile des Fahrzeugs tatsächlich diese Kilometer miterleben durften. Dass das Chassis und die Karosserie mit den zahlreichen Einzelreparaturen und gespachtelten Bereichen keine gute Oldtimer-Qualität erreichen, ja ok. Aber ist das ein Grund, das Coupé wieder zu verkaufen?

Nein. Momentan stört mich das nicht so sehr. Um die Optik möchte ich mich langfristig kümmern. Daran finde ich auch (mehr) Spaß als bei der reinen funktionalen Technik. Zu Beginn liegt der Fokus jedoch auf einer überholten und einwandfrei funktionierenden Technik. Der glücklosen Motor-Überholung und einem neuen Austauschmotor, folgt die Innenraum-Auffrischung. Abschließend kümmere ich mich nun um die Karosserie. Auch wenn die (Motor-) Technik sehr interessant und spannend ist, die (restaurierte) Karosserie ist letztlich das, was man auf den ersten Blick sieht.

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» Ein seltener Oldtimer und dazu das einzige Goggo Coupé in Mosbach «

Hauptuntersuchung

Hauptuntersuchung bestanden. Plakette erhalten

Goggo erhält Hauptuntersuchung

Bibbern vor der Hauptuntersuchung

Die Hauptuntersuchung ist mittlerweile seit über anderthalb Jahren abgelaufen. Das ist allerdings nicht schlimm, da das Coupé durchgehend zugelassen war. Der Motor läuft ruhig und kein Zweitakter-Gemisch sifft seitlich aus dem Vergaser. Das müsste doch für den Stempel der Behörde reichen. Zuversichtlich bringe ich das Coupé zur Werkstatt. Nach einigen Tagen dann die Ernüchterung. Der TÜV hat einige Mängel festgestellt: Die Bremsleistung hinten ist einseitig. Lediglich die Abgasuntersuchung ist bestanden. Passend zu meiner Stimmung regnet es aus allen Kübeln und ich bin mit dem Fahrrad vor Ort. Das erste Mal komme ich ins Grübeln, ob der Kauf ohne jegliche Erfahrung zu meinen Glanzleistungen zählt? Sicherlich nicht, aber aufgeben gilt nicht.

Bremsen tauschen am Goggo Coupé

Vor dem Bremsenwechsel mit neuen Bremszylindern und -klötzen habe ich Respekt. Insbesondere das abschließend erforderliche Belüften der Bremsen macht mir Sorgen. Wie so Vieles am Goggo Coupé, habe ich auch das bisher noch nicht gemacht. Schließlich sind die Bremsen eine, wenn nicht die wichtigste Komponente am Fahrzeug – zumindest bergab.

Bei ebay kaufe ich entsprechende Bremszylinder von cifam. Zu beachten gilt: Die Bremszylinder vorne und hinten unterscheiden sich. Die Bremsen beziehe ich als fertigen Satz für ca. 100,00 Euro von Uwe Staufenberg (externer Link). Mit Hilfe des Bremstrommelabziehers gelingt der Einbau reibungslos. Lediglich das Wiedereinfädeln und Platzieren der Federn zwischen den Bremsklötzen ist im Nachgang betrachtet etwas fummelig – währenddessen formuliert würde vermutlich eher eine „Riesen-Schei…“ anstatt „fummelig“ zutreffen.

Abschließend muss die Bremsflüssigkeit aufgefüllt bzw. die Bremsen entlüftet werden: Beginn an der vom Ausgleichsbehälter weitesten entfernten Bremse (hinten rechts). Hierzu muss das Bremspedal mehrmals betätigt werden, bis ausnahmslos blasenfreie Bremsflüssigkeit am Überlauf der Bremse herausquillt. Dies muss für jede Bremse separat vorgenommen werden. Zwischendurch fülle ich den Ausgleichsbehälter mit neuer Bremsflüssigkeit auf.

Vorbereitung für die Hauptuntersuchung: Abgezogene Bremstrommel zum Tauschen der Bremszylinder
Vorbereitung für die Hauptuntersuchung: Abgezogene Bremstrommel zum Tauschen der Bremszylinder

Mit neuen Bremsen nochmals zum TÜV

Das erste Testrollen im Hof ist erstaunlich. Gefühlt überschlägt sich das Auto. Die Bremswirkung ist beeindruckend und keinesfalls vergleichbar mit der Bisherigen. Und das mit dieser alten Technik und bei einem so alten Fahrzeug. Die Mängel sind folglich beseitigt. Ein neuer Anlauf für die Hauptuntersuchung steht an. Da mittlerweile alle beanstandeten Mängel beseitigt sind, sollte die Prüfung erfolgreich sein. Trotzdem habe ich meine Zweifel und etwas Bammel davor.

Schließlich erhält das Coupé anstandslos neuen TÜV (externer Link) – besteht also die fehlende Hauptuntersuchung. Nun können wir bald wieder Touren mit unserem Oldtimer machen.

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Motorüberholung

Motor-Ersatzteile für die Motorüberholung

Motorüberholung

Meine erste Motorüberholung

Der Motor läuft (für mein Empfinden) problemlos. Er hat uns auf Anhieb von Bayern in einem Rutsch nach Mosbach gebracht, springt direkt an und macht keine (erkennbaren) Mucken. Doch einige metallischen Geräusche stören bei genauem Hinhören. Wir kommen um eine Motorüberholung nicht umher.

Als erfahrener Schrauber ermutigt und motiviert mich Dominik: Das bekommen wir gemeinsam in den Griff. Einfach Motor auf, die betroffenen Zahnräder und Lager tauschen, alles wieder zusammen und dann schnurrt er wieder leiser. Trotz meiner Skepsis (wenn wir ihn nicht mehr zum Laufen bekommen?) überzeugt er mich letztlich.

Ausbau des Motors

Los geht’s. Der Ausbau erfolgt schrittweise anhand der Goggo-Werkstatt-Anleitung. Schrauben lösen, Einzelteile reinigen und beschriften. Alles problemlos und innerhalb eines Vormittags erledigt. Lediglich die Kreuzgelenke der Antriebsachsen erfordern Feingefühl, um Beschädigungen zu vermeiden.

Ersatzteile

Sämtliche Lager im Gesamtwert von mehr als 500.00 EUR tauschen wir vorsichtshalber. Die Kolben und Zylinder weisen feine Riefen auf. Die Rückstände zeugen zudem von einer längeren Standzeit des Fahrzeugs. Daher haben wir die Flächen von Hand bearbeitet und nachträglich poliert. Die Kolbenringe hingegen wurden komplett erneuert. Erste Testdrehungen während des Zusammenbaus weisen auf eine bessere Verdichtung hin.

Wiedereinbau mit Überraschungen

Am zweiten Wochenende steht der Einbau an. Der Motor sitzt, alles anschließen, Zündung an und er fährt. Er fährt aber nur rückwärts. Die Schaltklaue des Rückwärtsgangrads haben wir eingefädelt. Aber gab es dabei etwas zu beachten? Natürlich, wie sich schnell herausstellt. Und natürlich haben wir bei einer 50/50-Chance falsch entschieden. Bingo, Jackpot.

Sämtliche Teile wie Lager und Ritzel ersetzen wir vorsichtshalber bei der Motorüberholung
Sämtliche Teile wie Lager und Ritzel ersetzen wir vorsichtshalber bei der Motorüberholung

Nochmals auseinanderbauen

Nachdem der Fehler bekannt ist, muss der Motor wieder raus. Aufschrauben, Klaue korrekt einfädeln und dann sollte alles passen. Beim Ausbau beschädigen wir jedoch aus Unachtsamkeit die Platine der Kontaktlosen Zündung (KTZ). Zudem ist das Gehäuse der Zündspule verbogen. Beide Teile müssen getauscht werden. Das Gehäuse erstehe ich mit etwas Glück gebraucht bei ebay. Bei der KTZ wird es schwieriger. Das Modell ist nicht mehr lieferbar. Über Umwege erstehe ich eine neue, sauber verarbeitete Zündung.

Zweiter Versuch

Wir bauen alles wieder ein. Dazu kommt nun für uns eine neue Herausforderung: Das Einstellen der Zündung bzw. das Finden des Totpunkts (Zündung 2,5 mm vor dem Totpunkt). Damit die fehlende Erfahrung nicht nochmals zu einem Problem führt, wählen wir anfangs vorsichtshalber einen minimal zu späten Zündzeitpunkt. Sicher ist sicher. Besser weniger Leistung, als eine gegenläufige Zündung.

Schlussendlich läuft der Motor wieder. Ein geiles Gefühl. Endlich ist die Motorüberholung abgeschlossen. Abschließend fahre ich beim TÜV zur Hauptuntersuchung vor.

GO250. Goggo-Leidenschaft für einen ganz besonderen Oldtimer

» Keine Ahnung warum, aber er läuft wieder «